Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2014 von 189,6 Mrd. € auf 217,2 Mrd. €; währungsbereinigt ist ein Anstieg von 23,2 Mrd. € zu verzeichnen. Von der Bilanzsumme entfallen 123,9 (i. V. 105,5) Mrd. € auf Daimler Financial Services; dies entspricht 57 (i. V. 56) % aller Vermögenswerte im Daimler-Konzern.

Die Ausweitung der Bilanzsumme ist überwiegend auf das gewachsene Finanzdienstleistungsgeschäft und die höheren Vorratsbestände zurückzuführen. Auf der Passivseite sind insbesondere höhere Finanzierungsverbindlichkeiten sowie das gestiegene Eigenkapital zu verzeichnen. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme lag mit 42 % (i. V. 41 %) über dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Bilanzsumme beträgt wie im Vorjahr 35 %.

Die Immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 10,1 Mrd. € beinhalten 7,8 (i. V. 7,2) Mrd. € aktivierte Entwicklungskosten und unverändert 0,7 Mrd. € Geschäftswerte. Von den Entwicklungskosten entfiel ein Anteil von 73 % (i. V. 69 %) auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und ein Anteil von 18 % (i. V. 22 %) auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks. Die im Berichtsjahr aktivierten Entwicklungskosten lagen bei 1,8 (i. V. 1,1) Mrd. € und entsprechen einem Anteil von 27 % (i. V. 20 %) an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Konzerns (vgl. Forschung und Entwicklung).

Die Sachanlagen (vgl. Investitionen) stiegen auf 24,3 (i. V. 23,2) Mrd. €. Im Jahr 2015 wurden weltweit 5,1 (i. V. 4,8) Mrd. € insbesondere an unseren Produktions- und Montagestandorten für neue Produkte und Technologien, die Erweiterung der Kapazitäten sowie für Modernisierungsmaßnahmen investiert. Auf die deutschen Standorte entfielen Sachinvestitionen in Höhe von 3,3 (i. V. 3,1) Mrd. €.

B.34 Verkürzte Konzernbilanz

  31.12. 2015 31.12. 2014 15/14
in Millionen €     Veränd. in %
       
Aktiva      
Immaterielle Vermögenswerte 10.069 9.367 +7
Sachanlagen 24.322 23.182 +5
Vermietete Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen 112.456 94.729 +19
At-equity bewertete Finanzinvestitionen 3.633 2.294 +58
Vorräte 23.760 20.864 +14
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.054 8.634 +5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9.936 9.667 +3
Verzinsliche Wertpapiere 8.273 6.634 +25
Übrige finanzielle Vermögenswerte 7.454 5.987 +25
Sonstige Vermögenswerte 8.209 8.277 -1
Summe Aktiva 217.166 189.635 +15
       
Passiva      
Eigenkapital 54.624 44.584 +23
Rückstellungen 26.145 28.393 -8
Finanzierungsverbindlichkeiten 101.142 86.689 +17
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.548 10.178 +4
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 12.360 10.706 +15
Sonstige Schulden 12.347 9.085 +36
Summe Passiva 217.166 189.635 +15

Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich auf insgesamt 112,5 (i. V. 94,7) Mrd. €. Der Zuwachs war insbesondere durch das gestiegene Neugeschäft bei Daimler Financial Services bedingt. Darüber hinaus sind im Anstieg Effekte aus der Währungsumrechnung von 3,3 Mrd. € enthalten. Das Wachstum spiegelt den erfolgreichen Geschäftsverlauf insbesondere in den USA wider. Überproportionale Zuwächse waren auch im Absatzfinanzierungsgeschäft in China und anderen asiatischen Ländern sowie in der Türkei zu verzeichnen. Der Anteil des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts an der Bilanzsumme lag mit 52 % über dem Vorjahresniveau (50 %).

B.35 Bilanzstruktur Daimler Konzern

Die at-equity bewerteten Finanzinvestitionen in Höhe von 3,6 (i. V. 2,3) Mrd. € umfassen vor allem die Buchwerte der Beteiligungen an Beijing Benz Automotive Co. Ltd. (BBAC), BAIC Motor Corporation Ltd., Beijing Foton Daimler Automotive Co. Ltd. sowie Kamaz PAO. Darüber hinaus werden die im Dezember 2015 erworbenen Anteile am digitalen Kartenanbieter HERE (There Holding B.V.) ausgewiesen. Der Anstieg resultiert zudem aus dem positiven anteiligen Ergebnis sowie der Kapitalerhöhung an BBAC.

Die Vorräte stiegen von 20,9 Mrd. € auf 23,8 Mrd. €; der Anteil an der Bilanzsumme beträgt wie im Vorjahr 11 %. Der wechselkursbereinigte Anstieg von 2,6 Mrd. € ist unter anderem auf die Einführung neuer Modelle und eine höhere Variantenvielfalt sowie auf die erwartete positive Absatzentwicklung zurückzuführen. Dies führte im Wesentlichen in den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars und Daimler Trucks zu einem Anstieg der Fertigen und Unfertigen Erzeugnisse in Deutschland und in den USA.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 0,4 Mrd. € auf 9,1 Mrd. € an. 45 % der Forderungen entfielen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und 32 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Mrd. € auf 9,9 Mrd. € gestiegen.

Der Bestand an Verzinslichen Wertpapieren wurde gegenüber dem 31. Dezember 2014 von 6,6 Mrd. € auf 8,3 Mrd. € erhöht. Er beinhaltet die der Liquidität zugeordneten Schuldtitel, die im Wesentlichen auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Die Schuldtitel weisen grundsätzlich ein externes Rating von A oder besser aus.

Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte stiegen von 6,0 Mrd. € auf 7,5 Mrd. €. Sie bestehen vor allem aus den Beteiligungen an Renault und Nissan, aus derivativen Finanzinstrumenten sowie Krediten und sonstigen Forderungen an Dritte. Der Anstieg war unter anderem auf die höheren Börsenwerte von Renault und Nissan zurückzuführen.

Die Sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 8,1 (i. V. 8,3) Mrd. € beinhalten insbesondere latente Steuern sowie Steuererstattungsansprüche.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2014 von 44,6 Mrd. € auf 54,6 Mrd. €. Das den Aktionären zustehende Eigenkapital stieg auf 53,6 (i. V. 43,7) Mrd. €. Das Konzernergebnis in Höhe von 8,7 Mrd. € (vgl. Gewinn- und Verlustrechnung), die in den Gewinnrücklagen erfassten versicherungsmathematischen Gewinne aus leistungsorientierten Pensionsplänen von 2,7 Mrd. €, positive Effekte aus der Währungsumrechnung von 1,4 Mrd. € sowie 0,7 Mrd. € aus der Bewertung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte haben zu einem Anstieg des Eigenkapitals geführt. Die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2014 an die Aktionäre der Daimler AG von 2,6 Mrd. € und die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente von 0,6 Mrd. € haben dagegen das Eigenkapital gemindert. Im Verhältnis zum Anstieg der Bilanzsumme von 15 % stieg das Eigenkapital mit 23 % überproportional. Infolge der oben genannten Effekte lag die Eigenkapitalquote des Konzerns mit 23,6 % über dem Niveau des Vorjahres (22,1 %); für das Industriegeschäft belief sich die Eigenkapitalquote auf 44,2 (i. V. 40,8) %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Eigenkapitalquoten 2014 und 2015 um die tatsächliche beziehungsweise vorgeschlagene Dividendenzahlung bereinigt sind.

Die Rückstellungen sind auf 26,1 (i. V. 28,4) Mrd. € zurückgegangen; der Anteil an der Bilanzsumme lag mit 12 % (i. V. 15 %) unter dem Vorjahresniveau. Sie umfassen insbesondere die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 8,7 (i. V. 12,8) Mrd. €, die im Wesentlichen die Differenz aus dem Barwert der Pensionsverpflichtungen von 27,6 (i. V. 30,1) Mrd. € und dem Marktwert der Fondsvermögen zur Finanzierung dieser Verpflichtungen von 20,2 (i. V. 18,6) Mrd. € enthalten. Der Anstieg der Abzinsungsfaktoren vor allem für die inländischen Pläne von 1,9 % zum 31. Dezember 2014 auf 2,6 % zum 31. Dezember 2015 führte zu einer Reduzierung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen. Dieser Effekt wurde durch die außerordentliche Dotierung der deutschen und amerikanischen Planvermögen von 1,2 Mrd. € verstärkt. Darüber hinaus beinhalten die Rückstellungen die Verpflichtungen für Ertragsteuern von 1,7 (i. V. 1,6) Mrd. € sowie für Produktgarantien von 5,7 (i. V. 5,0) Mrd. €, für den Personal- und Sozialbereich von 4,4 (i. V. 3,9) Mrd. € und für übrige Rückstellungen von 5,8 (i. V. 5,1) Mrd. €.

Die Finanzierungsverbindlichkeiten lagen mit 101,1 Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres (86,7 Mrd. €). Neben Effekten aus der Währungsumrechnung von 1,4 Mrd. € ist der Anstieg im Wesentlichen auf die Refinanzierung des wachsenden Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts zurückzuführen. Von den Finanzierungsverbindlichkeiten entfallen 51 % auf Anleihen, 27 % auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 10 % auf Einlagen aus dem Direktbankgeschäft sowie 7 % auf Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahreswert aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens auf 10,5 (i. V. 10,2) Mrd. € erhöht. 61 % der Verbindlichkeiten entfallen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und 27 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks.

Die Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen bei 12,4 (i. V. 10,7) Mrd. €. Sie umfassen vor allem die Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten, Restwertgarantien, Zinsabgrenzungen auf Finanzierungsverbindlichkeiten, erhaltene Kautionen sowie Verbindlichkeiten aus der Personalabrechnung. Der wechselkursbereinigte Anstieg von 1,2 Mrd. € ist unter anderem auf die derivativen Finanzinstrumente zurückzuführen.

Die Sonstigen Schulden in Höhe von 12,3 (i. V. 9,1) Mrd. € beinhalten hauptsächlich Rechnungsabgrenzungsposten, Steuerverbindlichkeiten und latente Steuern. In der Veränderung sind um 1,7 Mrd. € höhere Rechnungsabgrenzungsposten enthalten, die auf ein gestiegenes Volumen an Service- und Wartungsverträgen zurückzuführen sind.

Weitergehende Informationen zu den bilanzierten Vermögenswerten, dem Eigenkapital und den Schulden des Konzerns können der Konzernbilanz, der Entwicklung des Eigenkapitals, sowie den jeweiligen Erläuterungen im Konzernanhang entnommen werden.

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