Weltwirtschaft

Zum Jahresanfang 2016 folgt die Weltwirtschaft weiterhin einem verhaltenen Wachstumspfad. Wesentliche Stütze der globalen Konjunktur bleiben dabei vor allem die solide wachsenden fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Erstmals seit fünf Jahren könnten aber auch die Schwellenländer mit einem leichten Anstieg ihrer gesamtwirtschaftlichen Zuwachsrate wieder den Aufwärtstrend unterstützen.

Die aktuellen Frühindikatoren deuten für die US-amerikanische Volkwirtschaft auf eine Fortsetzung des nun schon sechs Jahre währenden Aufschwungs hin. Diese Aussichten basieren auf der anhaltend soliden Inlandsnachfrage und dabei vor allem auf dem robust wachsenden privaten Konsum. Daran sollte auch die Tatsache nichts ändern, dass die amerikanische Notenbank die Phase der Nullzinsen hinter sich gelassen hat. Die Mehrzahl der Analysten erwartet daher ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2 bis 2,5 %.

Deutlich zurückhaltender sind die konjunkturellen Aussichten dagegen für Japan. Um den veranschlagten BIP-Zuwachs von etwas mehr als 1 % zu erreichen, ist es vor allem erforderlich, dass der private Konsum nach dem Minus des Jahres 2015 wieder ins Positive dreht.

Die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion (EWU) sollte ihre konjunkturelle Erholung auch im Jahr 2016 fortsetzen. Die jüngsten, nochmals expansiveren geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, der vergleichsweise schwache Euro, steigende Realeinkommen und der anhaltende Rückenwind durch niedrige Rohstoffpreise dürften dabei die wesentlichen Treiber sein. Inwieweit die dominierenden politischen Ereignisse wie die Flüchtlingskrise und die weiterhin bestehenden Unsicherheiten rund um den Ukraine-Konflikt die konjunkturellen Perspektiven in Europa beeinflussen, lässt sich zum Jahresanfang 2016 noch nicht abschätzen. Zurzeit wird davon ausgegangen, dass die EWU ein Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von 1,5 % bis 2 % erzielen könnte. Für die deutsche Wirtschaft liegen die Wachstums­erwartungen in einem ähnlichen Korridor. Mit einem Zuwachs von über 2 % dürfte die britische Wirtschaft trotz der Diskussionen über den Verbleib in der Europäischen Union erneut kräftig zulegen.

Von zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft ist nach wie vor die Entwicklung Chinas. Trotz der aktuellen Unsicherheiten im Hinblick auf den chinesischen Aktienmarkt und die Entwicklung des Wechselkurses geht die Mehrzahl der Analysten davon aus, dass ein schärferer Einbruch der Wachstumsdynamik (»hard landing«) vermieden werden kann. Allerdings bleibt die anhaltende Umstrukturierung der Wirtschaft – weg von zu hohen Investitionen hin zu mehr Konsum – mit etwas niedrigeren gesamtwirtschaftlichen Zuwachsraten von rund 6,5 % verbunden. Durch den neuerlichen Rückgang der Rohstoffpreise zum Jahresanfang bleibt die konjunkturelle Lage in all jenen Schwellenländern ausgesprochen bedenklich, die auf den Export von Rohstoffen angewiesen sind. Dort bleiben die rezessiven Tendenzen sehr ausgeprägt. Dies gilt vor allem für Brasilien und Russland. Da aber auch viele andere Schwellenländer deutlich unter ihren langfristigen Expansionsmöglichkeiten bleiben, wird das Wachstum dieser Volkswirtschaften begrenzt bleiben und nur geringfügig höher ausfallen als im Vorjahr.

Insgesamt wird sich die Weltwirtschaft auch im Jahr 2016 vermutlich nicht aus dem eher unterdurchschnittlichen Wachstumskorridor von 2,5 bis 3 % lösen können. In Bezug auf die für unser Geschäft wichtigen Währungen erwarten wir für das Jahr 2016 weiterhin stark schwankende Wechselkursrelationen.

Um die Risiken abzusichern, die sich aus den weiterhin sehr volatilen Wechselkursen für unser Geschäft ergeben, nehmen wir Sicherungsgeschäfte vor, soweit dies für die einzelnen Währungen wirtschaftlich sinnvoll ist. Für das Jahr 2016 haben wir Stand Mitte Februar rund
80 % der Wechselkursrisiken abgesichert.

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