Automobilmärkte

Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte nach aktueller Einschätzung im Jahr 2016 von hohem Niveau ausgehend nochmals in einer Größenordnung zwischen 3 und 4 % zunehmen. Dabei werden die Wachstumsraten in den traditionellen Märkten USA und Westeuropa im Vergleich zu den deutlichen Zuwächsen der Vorjahre voraussichtlich spürbar geringer ausfallen. Der chinesische Markt dürfte hingegen erneut deutlich zulegen und damit den größten Beitrag zum weltweiten Wachstum leisten.

Der erwartete Anstieg in China ist allerdings zu einem erheblichen Teil einem staatlichen Stimulus zu verdanken. Vor dem Hintergrund der markanten Schwächephase, die der chinesische Markt im Sommer des vergangenen Jahres durchlief, senkte die Regierung im Oktober die Kaufsteuer auf Pkw mit Motoren bis zu 1,6 Liter Hubraum um die Hälfte. Nachdem diese Maßnahme schon in den letzten Monaten des Vorjahres für eine sichtbare Belebung sorgte, ist auch im Jahresverlauf 2016 mit einem positiven Effekt zu rechnen.

Auf dem US-amerikanischen Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ist nach dem Allzeithoch im Berichtsjahr nur noch ein leichter Anstieg zu erwarten. Auch für den westeuropäischen Pkw-Markt rechnen wir mit einem leichten Marktwachstum. Während in Kernmärkten wie Deutschland und Großbritannien nur noch geringe Zuwächse zu erwarten sind, besteht in anderen Märkten, wie beispielsweise Italien, noch deutliches Nachholpotenzial.

In Japan ist nach der deutlichen Marktkorrektur des Vorjahres mit einer Stabilisierung der Nachfrage zu rechnen. Für die großen Schwellenländer bleiben die Aussichten gemischt. In Indien dürfte das Marktwachstum weiter an Schwung gewinnen. In Russland dagegen wird die anhaltende Rezession aller Voraussicht nach für einen weiteren Rückgang der Pkw-Verkäufe sorgen.

Die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw dürfte in den für uns relevanten Regionen in Summe leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.

Im nordamerikanischen Lkw-Markt dürfte sich die zunehmende Abschwächung des Industriesektors deutlich bemerkbar machen. In den Gewichtsklassen 6-8 ist aus heutiger Sicht ein Nachfragerückgang in der Größenordnung von 10 % zu erwarten. Dagegen zeigte sich der europäische Markt bislang von den Unsicherheiten der weltweiten Konjunkturentwicklung weitgehend unbeeindruckt und dürfte seine Erholung mit einem leichten Plus im laufenden Jahr fortsetzen.

Keine Aussicht auf eine Besserung ist auf dem brasilianischen Markt zu erkennen. Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Rezession und der weiterhin relativ ungünstigen Finanzierungsbedingungen müssen wir von einem weiteren Marktrückgang in der Größenordnung von 10 % ausgehen. Die Situation auf dem russischen Markt wird angespannt bleiben, sodass dort nur mit einer Nachfrage in etwa auf dem Vorjahresniveau gerechnet werden kann. Die Nachfrage in China dürfte weiterhin unter dem Eindruck der Wachstumsverlangsamung im verarbeitenden Gewerbe stehen. Aus heutiger Sicht ist lediglich von einer moderaten Markterholung auszugehen.

Relativ solide dürfte sich der japanische Markt für leichte, mittlere und schwere Lkw präsentieren. In einem wenig dynamischen konjunkturellen Umfeld sollte sich die Nachfrage in etwa auf dem Vorjahresniveau halten können. Für den indonesischen Lkw-Gesamtmarkt ist mit einer Stabilisierung auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres zu rechnen. In Indien ist im Segment der mittelschweren und schweren Lkw von einem weiteren deutlichen Anstieg auszugehen.

Für das Jahr 2016 rechnen wir in Westeuropa bei den mittelgroßen und großen Transportern mit einem leichten Marktwachstum und bei den kleinen Transportern mit einer stabilen Nachfrage. Auch für die USA erwarten wir ein leichtes Wachstum im Markt für große Transporter. In Lateinamerika gehen wir dagegen im Markt für große Transporter von einem weiteren deutlichen Rückgang aus, und in China rechnen wir mit einer Belebung der Nachfrage in dem von uns adressierten Markt.

Bei den Bussen erwarten wir in Westeuropa ein Marktvolumen, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegt. Nach dem signifikanten Nachfragerückgang in Brasilien rechnen wir für das Jahr 2016 mit einem weiteren deutlichen Marktrückgang.

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