Umweltschutz

Ganzheitlicher Ansatz im Umweltschutz

Umweltschutz gehört zu den wesentlichen Unternehmenszielen des Daimler-Konzerns. Er steht dabei nicht losgelöst von anderen Zielen, sondern ist integraler Bestandteil der auf langfristige Wertsteigerung ausgerichteten Unternehmensstrategie. Unsere Maßnahmen zur umweltgerechten Produktgestaltung berücksichtigen den vollständigen Produktlebenszyklus, vom Design über die Produktion und Produktnutzung bis hin zur Entsorgung und Wiederverwertung. Mit den vom Vorstand verabschiedeten Umwelt- und Energieleitlinien definiert Daimler seine Umwelt- und Energiepolitik und bekennt sich darin auch zu einem integrierten Umweltschutz, der an den Ursachen für Umweltbeeinträchtigungen ansetzt und die Auswirkungen der Produktionsprozesse und Produkte auf die Umwelt bereits im Voraus beurteilt und in die unternehmerischen Entscheidungen einbezieht.

2,8 Mrd. € für den Umweltschutz

Auch im Jahr 2015 haben wir mit Nachdruck das Ziel verfolgt, die Ressourcen zu schonen und alle relevanten Emissionen zu reduzieren. Von der Fahrzeugentwicklung über die Produktion bis hin zu Recycling und umweltschonender Entsorgung haben wir dabei die Auswirkungen aller Prozesse im Blick. Unsere Aufwendungen für den Umweltschutz lagen nahezu unverändert bei 2,8 Mrd. €.

Umweltgerechte Produktentwicklung

Welche ökologischen Konsequenzen ein Fahrzeug verursacht, entscheidet sich weitgehend schon in den ersten Entwicklungsphasen. Je früher die umweltgerechte Produktentwicklung (Design for Environment, DfE) in den Entwicklungsprozess integriert ist, desto effizienter kann sie Umweltauswirkungen minimieren. Deshalb ist die stetige Verbesserung der Umweltverträglichkeit eine wichtige Anforderung in den Produktlastenheften. Unsere DfE-Experten sind als Querschnittsteam in alle Stufen der Fahrzeugentwicklung eingebunden. Zudem integrieren wir die Produktgestaltung systematisch in unsere Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 14001 und ISO 9001. Die hierfür relevante Norm ISO 14006 erfüllt Mercedes-Benz seit 2012 vollständig. Bereits seit 2005 besitzt Mercedes-Benz zudem als weltweit erster Fahrzeughersteller Zertifikate nach ISO TR 14062, der Norm für umweltorientierte Produktentwicklung.

CO2-Ausstoß bei Pkw weiter gesenkt

Daimler arbeitet intensiv daran, den Verbrauch seiner Fahrzeuge zu senken und gleichzeitig die Leistung zu steigern – für mehr Fahrspaß und größere Sicherheitsreserven. Mit einem Flottendurchschnitt von 123 (i. V. 129) g/km haben wir den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der in der Europäischen Union verkauften Pkw auch im Jahr 2015 erneut deutlich gesenkt. Unser Ziel, die CO2-Emissionen unserer Neuwagenflotte in der Europäischen Union bis zum Jahr 2016 auf 125 g/km zu senken, wurde damit schon vorzeitig erreicht. Sowohl die weitere Optimierung unserer BlueEFFICIENCY-Maßnahmen als auch unsere effizienten Hybridantriebe sowie die besonders sparsamen neuen Modelle haben das ermöglicht. Seit 2011 konnten wir den CO2-Ausstoß um rund 18 % reduzieren, innerhalb von zwei Fahrzeuggenerationen sogar um 40 %. Mehr als 68 Mercedes-Benz Modelle emittieren weniger als 120 g CO2/km, und über 108 Modelle tragen das Energieeffizienzlabel A+ oder A. (Vgl. Abbildung B.41)

B.41 Mercedes-Benz-Cars Co2 Emissionen

Mit innovativen Technologien zur lokal emissionsfreien Mobilität und vor allem auch mit neuen Hybridmodellen wollen wir die Verbrauchs- und CO2-Werte künftig weiter reduzieren. Auch die Schadstoffemissionen unserer Pkw haben wir in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich verringert und schneller als die Wettbewerber neue Abgasstandards vorzeitig erfüllt. So haben wir bei Mercedes-Benz bereits im Jahr 2009 als einer der ersten Hersteller mit der Einführung der EURO-6-Technologie begonnen, die erst seit September 2015 verpflichtend ist. Mit der BLUETEC-Technologie und dem Einsatz von SCR als nachhaltiger Abgasnachbehandlungstechnologie in Bezug auf Emissionen bei Dieselfahrzeugen sind wir weltweit führend. Die damit ausgestatteten Pkw erfüllen heute schon die strengsten Abgasnormen. Zudem entwickeln wir die Abgasnachbehandlung kontinuierlich weiter. Die nächste Generation moderner Dieselmotoren steht kurz vor ihrer Markteinführung und wird auch als Vorreiter die nächste Stufe der Gesetzgebung in Europa vorzeitig erfüllen.

Verbrauchs- und schadstoffarme Nutzfahrzeuge

Auch bei den Nutzfahrzeugen haben wir den Kraftstoffverbrauch, den CO2-Ausstoß und die Schadstoffemissionen in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich verringert. Als erster Hersteller hatte Daimler schon frühzeitig sein komplettes europäisches Produktportfolio auf die seit Januar 2014 gültige Euro-VI-Norm umgestellt. Mit der neuesten Generation des Heavy-Duty-Motors Mercedes-Benz OM 471 erzielt Mercedes-Benz weitere Effizienzfortschritte. Der Kraftstoffverbrauch konnte im Vergleich zum Vorgängermodell nochmals um bis zu 3 % gesenkt werden; gleichzeitig sorgt der neue Motor für mehr Drehmoment und Fahrdynamik. Eine Actros-Fernverkehrs-Sattelzugmaschine spart damit bei einer Laufleistung von 130.000 km jährlich rund 1.100 Liter Kraftstoff pro Jahr – das sind rund 3 Tonnen weniger CO2-Emissionen. Der neue Motor kommt in den Schwer-Lkw-Modellen Actros, Antos und Arocs zum Einsatz und macht diese Fahrzeuge mit zu den effizientesten ihrer Klasse. In den zurückliegenden vier Jahren konnte der Kraftstoffverbrauch unseres Schwer-Lkw Actros insbesondere durch die Einführung des neuen Modells nach Abgasstufe Euro VI, den vorausschauenden Tempomaten Predictive Power Train Control (PPC) und die neue Motorengeneration um insgesamt 13 % verringert werden – und das bei höherer Leistung und geringem Schadstoffausstoß. Üblich sind hingegen in der Nutzfahrzeugbranche langfristige Fortschritte von 1,0 bis 1,5 % jährlich.

Hervorragende Möglichkeiten zur Reduzierung von Verbrauch und Emissionen bietet der Gasmotor. Daimler Trucks hat deshalb seine Euro-VI-Motorenfamilie um den neuen umweltfreundlichen Gasmotor M 936 G ergänzt. Die CO2-Emissionen des Motors liegen bis zu 20 % unter denen eines Dieselmotors und können bei Verwendung von Biogas noch weiter gesenkt werden.

Auch in Nordamerika setzen wir mit unseren Lkw Maßstäbe beim Kraftstoffverbrauch. Dort startete im Mai 2015 die Produktion des neuen Western Star 5700 XE. Die Sattelzugmaschine zeichnet sich durch eine ausgefeilte Aerodynamik aus und ist mit dem neuen hocheffizienten Antriebsstrang unserer Marke Detroit ausgestattet. Der Lkw verbraucht fast 15 % weniger Kraftstoff als ein Vergleichsfahrzeug.

Auch im Busbereich sind wir bei der Einführung neuester Abgastechnologien wegweisend: Alle Baureihen der Marken Mercedes-Benz und Setra waren schon frühzeitig mit Euro-VI-Technik verfügbar. Eine weitere Verbrauchsreduzierung unserer ohnedies schon sparsamen Omnibusse wird auch hier durch den Einsatz der neuen Generation des Motors OM 471 realisiert. (Vgl. Neueste Motorengeneration OM 471)

Insbesondere bei Nutzfahrzeugen für den Verteilerverkehr kann der Dieselverbrauch auch durch den Einsatz der Hybridtechnik deutlich reduziert werden. So verbraucht der FUSO Canter Eco Hybrid je nach Einsatzprofil bis zu 23 % weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Diesel-Lkw, und der Freightliner M2e Hybrid benötigt im Vergleich zum herkömmlichen, dieselbetriebenen M2 106 sogar bis zu 30 % weniger Kraftstoff. Kein anderer Nutzfahrzeughersteller kann mehr Erfahrung mit alternativen Antrieben und Elektromobilität aufweisen – vom Transporter über den Lkw bis hin zum Bus.

Zum Jahresende 2015 haben wir einen Kundenversuch mit acht FUSO Canter E-Cell in Portugal abgeschlossen. Der Canter Diesel-Lkw bewältigte eine Strecke von 100 km je nach Aufbau und Beladung mit circa 14 l Diesel, während der FUSO Canter E-Cell für dieselbe Strecke rund 48 kWh Strom benötigte. Auf Basis der aktuellen Kosten für Diesel und Strom in Portugal ergab sich für den Canter E-CELL im Vergleich zum Diesel-Lkw ein Betriebskostenvorteil von mehr als 60 %.

In Europa wollen wir den Verbrauch unserer Lkw-Flotte im Zeitraum von 2005 bis 2020 um durchschnittlich 20 % reduzieren. Wir sind zuversichtlich, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, und haben mit der Einführung der neuen Generation des Schwer-Lkw-Motors OM 471 in 2015 einen weiteren Schritt in diese Richtung getan.

Integrierter Ansatz verringert CO2-Ausstoß im Lkw-Fernverkehr

Der Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen moderner Lastwagenkombinationen lassen sich mit am Markt verfügbaren Mitteln um einen zweistelligen Prozentsatz senken. Das ergab ein Praxisversuch, dessen Ergebnis Daimler Trucks im Oktober 2015 in Berlin vorgestellt hat. Diesem Feldversuch unter dem Projektnamen »Efficiency Run« kommt bei der Umsetzung von CO2-Zielen für den Straßengüterverkehr große Bedeutung zu. Denn der Efficiency Run hat gezeigt, dass der Kraftstoffverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß deutlich stärker – und auch kostengünstiger – reduziert werden können, wenn nicht nur der Motor optimiert wird, sondern das Fahrzeug insgesamt. Über die Zugmaschine hinausgehend betrachtet man bei diesem integrierten Ansatz auch den Auflieger, die Reifen und den Kraftstoff. Aber auch der Fahrbetrieb, die Infrastruktur oder das Thema Flottenerneuerung spielen als Stellhebel im integrierten Ansatz eine Rolle. Dass der inte­grierte Ansatz in der Praxis funktioniert, hat der Efficiency Run nun unter Beweis gestellt.

Die Testreihe hat Daimler Trucks zusammen mit führenden deutschen Logistikunternehmen durchgeführt. Dabei fuhr man unter realistischen Bedingungen auf typischen Routen typische Transporte mit typischen Beladungen. Die unabhängige Prüforganisation DEKRA begleitete die Versuche im Detail. Sie definierte die Versuchsbedingungen, nahm die Messungen vor und wertete die Ergebnisse aus. Eines der Kernresultate: Die beiden für den Efficiency Run optimierten Mercedes-Benz Actros Standard-Sattelzüge verbrauchten jeweils 12 bis 14 % weniger Kraftstoff als ein Standard-Sattelzug der beteiligten Speditionen. Der Efficiency Run untersuchte auch das Potenzial des Lang-Lkw – auch hier mit eindeutigem Ergebnis: Der Lang-Lkw erzielte im Test einen Verbrauchsvorteil von rund 17 % gegenüber dem eingesetzten Standard-Sattelzug im volumenbasierten Transport.

Innovativer SuperTruck

Auch in den USA arbeiten wir kontinuierlich daran, die Effizienz im Gütertransport weiter zu steigern. Im März stellte Daimler Trucks North America auf der Mid America Trucking Show 2015 die Konzeptstudie SuperTruck vor. Dank zukunftsweisender Technologien hat das SuperTruck-Programm von Daimler Trucks North America (DTNA) eine Verbesserung der Transporteffizienz von 115 % (gemessen in Tonnenmeilen pro Gallone) erzielt. Damit wurde das Programmziel des US-amerikanischen Energieministeriums, eine Verbesserung von 50 %, deutlich übertroffen. Als einer von vier Lkw-Herstellern hat Daimler Trucks North America (DTNA) alle Erwartungen übertroffen und das beste Ergebnis aller teilnehmenden Hersteller erzielt. Als Anerkennung für diese Top-Leistung hat Daimler den »Distinguished Achievement Award« des US-amerkanischen Energieministeriums erhalten. Einige Lösungen, die in Verbindung mit dem SuperTruck-Programm entwickelt wurden, sind bereits serienmäßig in Produkten von Freightliner und Detroit auf der Straße. Durch die Kombination bewährter und zukunftsweisender Technologien konnte DTNA mit diesem Projekt belegen, welche Lösungen technisch möglich sind. Eine der wichtigsten Initiativen war die optimale Abstimmung von Zugmaschine und Auflieger. Diese wurden von DTNA erstmals als einheitliches System und nicht als getrennte Einheiten entwickelt. Energieeffiziente, rollwiderstandsarme Einzelbereifung und eine ausgefeilte Aerodynamik des Aufliegers trugen ebenfalls einen großen Teil zur Erhöhung der Effizienz bei.

Gesetzeskonforme Ermittlung von Emissionswerten

Im Zuge der Berichterstattung über Manipulationen eines Wettbewerbers bei der Erfüllung von Emissionsvorschriften wurden auch die Emissions- und Verbrauchsangaben anderer Hersteller in Zweifel gezogen. Daimler weist den Vorwurf der Manipulation zurück. Insbesondere ein sogenanntes »Defeat Device«, also eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kam nie und kommt bei Daimler nicht zum Einsatz. Das gilt für alle Diesel- und Otto-Motoren. Wir halten uns bei unseren Motoren an alle Gesetze und rechtlichen Vorgaben. Auch bei der Ermittlung der CO2-Werte unserer Fahrzeuge schließen wir Unregelmäßigkeiten aus. Wir machen im Weiteren darauf aufmerksam, dass verschiedene Umweltbehörden in Europa und in den USA Anfragen zu Testergebnissen an uns gestellt haben. Einige Anfragen konnten bereits ohne Feststellungen beendet werden, andere Diskussionen halten noch an.

Wir unterstützen aktiv die Arbeiten auf europäischer und deutscher Ebene an der Einführung neuer Testverfahren, bei denen Emissionen während des realen Fahrbetriebs (Real Driving Emissions – RDE) gemessen werden.

Die Herstellerangaben zum Kraftstoffverbrauch beruhen auf dem gesetzlich vorgeschriebenen NEFZ-Testzyklus, der im Labor durchgeführt wird. Da die Bedingungen im realen Fahrbetrieb in der Regel nicht denen im Labor entsprechen, können auch die Verbrauchswerte von den Normwerten abweichen. Daimler befürwortet mit Nachdruck die Einführung des WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure). Dieser soll den NEFZ ablösen mit dem Ziel, dass Norm- und Realverbrauch näher beieinander liegen.

CO2-Klimaanlagen ab 2017 in Serie

In Europa wird Mercedes-Benz ab 2017 für die S- und E-Klasse als weltweit erste Serien-Pkw CO2-Klimaanlagen anbieten und damit die Anforderungen der EU zum Klimaschutz übertreffen. Dank ihrer besonders schnell verfügbaren und hohen Kälteleistung sorgen CO2-Klimaanlagen selbst bei sehr heißen Außentemperaturen in kurzer Zeit für ein angenehmes Wohlfühlklima im Fahrzeuginnenraum. Kombiniert mit ihrer hohen Umweltverträglichkeit macht sie das zur nachhaltigen Premiumlösung unter den Klimasystemen.

Der Einsatz von CO2 als Kältemittel erfordert die Neuentwicklung wesentlicher Komponenten. CO2-Klimaanlagen arbeiten mit einem Druck von über 100 bar und damit einem rund zehnfach höheren Druck als bisherige Systeme. Daher müssen alle Komponenten sowie Leitungen und Dichtungen neu entwickelt werden. Standards dazu hat Mercedes-Benz gemeinsam mit allen deutschen Automobilherstellern und zahlreichen Zulieferern im Normenausschuss Automobil des Verbands der Automobilindustrie (VDA) erstellt. Die öffentlich zugänglichen DIN-Spezifikationen bieten auch anderen Unternehmen die Chance, kurzfristig ihrerseits Entwicklungsaktivitäten zu starten. Mercedes-Benz hat hier die Vorreiterrolle übernommen und als erster Automobilhersteller nicht nur Entwicklungs-, sondern auch Produktionsaufträge für CO2-Klimaanlagen und deren Komponenten erteilt.

Das von Mercedes-Benz angestrebte hohe Qualitätsniveau für CO2-Klimaanlagen kann trotz des außergewöhnlich engen Zeitrahmens für die Entwicklung für die Top-Modelle realisiert werden. Ein flottenweiter Einsatz ist bis zum Stichtag der neuen EU-Richtlinie am 1. Januar 2017 allerdings nicht darstellbar. Um auch bei allen weiteren Baureihen die EU-Vorgaben fristgerecht zu erfüllen, haben wir sichere Lösungen für den Einsatz des synthetischen Kältemittels R1234yf entwickelt. Dieses Kältemittel weist aber bekanntlich ein anderes Entflammungspotenzial auf als das bislang in der Industrie eingesetzte R134a. Um unseren Kunden auch künftig ein gewohnt hohes Sicherheitsniveau zu bieten, haben wir ein umfassendes Paket an fahrzeugspezifischen Maßnahmen umgesetzt, die bei Modellen mit dem Kältemittel R1234yf für Sicherheit auf Mercedes-Benz Niveau sorgen und bedarfsgerecht zum Einsatz kommen. Dazu gehört zum Beispiel auch eine speziell entwickelte Schutzeinrichtung, die je nach Fahrzeugkonfiguration verwendet wird. Im Fall eines schweren Frontalaufpralls sorgt das inzwischen zum Patent angemeldete System dafür, dass das entstehende Kältemittel-Luft-Gemisch im Motorraum von den heißen Motorteilen separiert wird und diese zudem sehr wirksam gekühlt werden. Ermöglicht wird dies durch einen Gasgenerator, der Argonschutzgas gezielt an den entsprechenden Heißstellen freisetzt. So kann einer Entflammung entgegengewirkt werden.

Damit wird dem berechtigten Sicherheitsbedürfnis der Kunden und dem hohen Sicherheitsanspruch von Mercedes-Benz auch in Zukunft Rechnung getragen. Darüber hinaus leistet das Unternehmen so einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz.

Weitreichende Verwertbarkeit von Altfahrzeugen

Um die Umweltverträglichkeit unserer Fahrzeuge zu erhöhen, verringern wir die Emissionen und den Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Schon bei der Entwicklung achten wir deshalb auf eine recyclinggerechte Kon­struktion. Alle Mercedes-Benz Modelle sind zu 85 % stofflich recyclingfähig und zu insgesamt 95 % verwertbar – damit hatten wir die seit dem Jahr 2015 geltende EU-Richtlinie bereits vorzeitig erfüllt.

Bewährte Bausteine unseres Recyclingkonzeptes sind auch der Wiederverkauf geprüfter und zertifizierter Gebrauchtteile, die Aufbereitung sogenannter Tauschteile sowie das Werkstattentsorgungssystem MeRSy Recycling Management.

Vermeidung von Abfällen

In der Abfallwirtschaft lautet unser Leitsatz: Vermeiden und verwerten sind besser als entsorgen. Das Wiederaufbereiten und Wiederverwenden von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ist deshalb in unseren Werken seit Jahren selbstverständlich. Um Abfälle von vornherein zu vermeiden, setzen wir auf innovative technische Verfahren und eine umweltgerechte Produktionsplanung. Der Abfall, den wir nicht vermeiden können, wird weitgehend wiederverwertet. So liegt die Recyclingquote der Abfälle aus unseren Werken im Durchschnitt bei über 91 %. In einzelnen Werken wird der Abfall mittlerweile fast zu 100 % der Wiederverwertung zugeführt, sodass Deponieabfall nahezu vollständig vermieden wird.

Um unsere Aktivitäten im Umweltschutz zielgerichtet voranzutreiben, setzen wir auf umfassende Umweltmanagementsysteme: Mehr als 98 % unserer Beschäftigten weltweit arbeiten heute in Werken, deren Umweltmanagementsysteme nach den Umweltnormen ISO 14001 beziehungsweise EMAS zertifiziert sind.

Umfangreiche Maßnahmen zum Umweltschutz in der Produktion

Mithilfe umweltschonender Produktionsverfahren ist es uns gelungen, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der Werke, die produktionsbedingten Lösemittelemissionen, Lärmbelastung und Geräuschemissionen in den zurückliegenden Jahren zu begrenzen. So stieg der Energieverbrauch im Zeitraum von 2011 bis 2015 deutlich unterproportional zum Produktionszuwachs nur um 4,5 % auf 10,9 Mio. Megawattstunden; die CO2-Emissionen gingen im selben Zeitraum um 6,1 % auf 3,2 Mio t zurück. Mit den laufenden Energieeinsparprojekten konnten wir dem produktionsbedingten Energiemehrverbrauch und dem Anstieg der CO2-Emissionen im Jahr 2015 entgegenwirken. Im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich der Energieverbrauch pro hergestelltes Fahrzeug (Pkw) um 5,5 % und die CO2-Emissionen um 5,7 %. Mit ressourcenschonenden Techniken, wie zum Beispiel Kreislaufsystemen, ist der Wasserverbrauch zwischen den Jahren 2011 und 2015 deutlich unterproportional zum Produktionswachstum nur um knapp 1,1 % gestiegen. Bezogen auf die produzierten Fahrzeuge konnten wir den Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % reduzieren.

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