Innovation und Sicherheit

Innovationen für die Mobilität der Zukunft

Größtmöglicher Kundennutzen, höchste Sicherheitsstandards, maximale Umweltverträglichkeit und Effizienz – um diese Ziele zu verbinden, setzen wir auf innovative Konzepte und eine umweltgerechte Produktentwicklung. Das reicht von wegweisenden Fahrzeug- und Antriebstechnologien über intelligenten Leichtbau bis hin zu innovativen Komfortfunktionen und zu ausgefeilten Assistenzsystemen, die Unfälle vermeiden können. Auf dem Weg zum unfall- und emissionsfreien Fahren haben wir gerade in den zurückliegenden Jahren enorme Fortschritte erzielt. Wir haben eine größere Bandbreite elektrifizierter Fahrzeuge auf der Straße als jeder andere Automobilhersteller, und auch beim Thema Sicherheit setzen wir Maßstäbe. Insbesondere beim autonomen Fahren haben wir uns einen klaren Technologievorsprung erarbeitet, den wir weiter ausbauen wollen.

Daimler und Mercedes-Benz für Innovationskraft ausgezeichnet

Als Ergebnis einer umfassenden Studie des Center of Automotive Management (CAM) und der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) wurden sowohl Daimler als auch Mercedes-Benz im April 2015 für ihre Innovationskraft ausgezeichnet. Mercedes-Benz ist demzufolge die innovativste Premium-Automobilmarke mit den meisten Weltneuheiten. Zudem erhält Mercedes-Benz den Sonderpreis »Innovationsstärkste Marke der letzten Dekade«. Außerdem konnte Daimler den Wettbewerb als »Innovationsstärkster Konzern« im Bereich »Alternative Antriebe« für sich entscheiden.

Mit 578 Einzelinnovationen und 183 Weltneuheiten konnte Mercedes-Benz die Konkurrenz auf die Plätze verweisen. Als herausragende Innovationen wurden dabei DISTRONIC PLUS mit Stop&Go Pilot, der sparsame Hybridantrieb in der S-Klasse und das MAGIC BODY CONTROL Fahrwerk eingestuft. Zu den hervorgehobenen Innovationen in der Kategorie »Innovationsstärkste Premiummarke« zählten unter anderem die Kurvenneigetechnik im S-Klasse Coupé, der 24-Pixel-LED Multibeam Scheinwerfer im CLS und das Gesamtkonzept des CLA Shooting Brake, der als Vorreiter in seinem Segment die Schönheit eines Coupés mit dem praktischen Nutzen eines Kombis verbindet. Für die Spitzenposition von Daimler im Bereich »Alternative Antriebe« waren die Plug-In-Hybride der S- und C-Klasse sowie die rein elektrisch angetriebene B-Klasse ausschlaggebend.

Unser »Weg zum emissionsfreien Fahren«

Unser Ziel ist es, Mobilität auch für kommende Generationen sicherzustellen. Deshalb wollen wir unseren Kunden Fahrzeuge und Dienstleistungen anbieten, die sicher, effizient und emissionsarm sind – über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die zentralen Entwicklungsschwerpunkte für neue, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebstechnologien in allen automobilen Geschäftsfeldern haben wir in unserer Initiative »Der Weg zum emissionsfreien Fahren« festgelegt:

1. Unsere Fahrzeuge mit modernsten Verbrennungsmotoren entwickeln wir weiter und optimieren sie für deutlich weniger Verbrauch und Emissionen.

2. Durch maßgeschneiderte Hybridisierung, also die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor, erzielen wir weitere, spürbare Effizienzsteigerungen.

3. Durch Elektrofahrzeuge mit Batterie oder Brennstoffzelle ermöglichen wir ein lokal emissionsfreies Fahren. (Vgl. Abbildung B.40)

B.40 Weg zur emissionsfreien Mobilität

Unseren Ansatz zum emissionsfreien Fahren verfolgen wir konsequent über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Dafür setzen wir an sämtlichen Stellhebeln an und heben Potenziale aus allen Entwicklungsbereichen, vom Leichtbau über die aerodynamische Optimierung und den Einsatz sauberer und effizienter Kraftstoffe bis hin zur Elektrifizierung und zur Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Außerdem betrachten wir das Thema Emissionen übergreifend und haben auch die Reduzierung weiterer Emissionen im Blick – etwa von Lärm.

Effiziente Pkw und Nutzfahrzeuge mit Verbrennungs­motoren

Ein Großteil unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist darauf ausgerichtet, unsere Pkw- und Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor noch effizienter zu machen. Maßgeblich dafür sind beispielsweise Motoren mit kleinem Hubraum und Turbolader, Leichtbau, aerodynamische Optimierungen, roll­widerstandsarme Reifen, ein bedarfsgerechtes Energiemanagement und eine Start-Stopp-Automatik. Insbesondere bei unseren neuen Geländewagen, die im Jahr 2015 an den Start gingen, wurde die Kraftstoffeffizienz deutlich erhöht. Überarbeitete oder neue Antriebe, eine überragende Aerodynamik und intelligenter Leichtbau haben dies möglich gemacht. So konnten beim neuen Geländewagen GLC die Verbrauchs- und CO2-Werte im Vergleich zu den Vorgängermodellen bei gleicher Motorleistung und gestiegenen Fahrleistungen um bis zu 19 % reduziert werden. Der sparsamste Mercedes-Benz Pkw mit Verbrennungsmotor ist derzeit der A 180 d BlueEFFICIENCY Edition (A 180 d BlueEFFICIENCY Edition: Kraftstoffverbrauch in l/100 km innerorts 3,9 /außerorts 3,2 /kombiniert 3,5; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 89; Stromverbrauch in kWh/100 km 13,5) mit einem Durchschnittsverbrauch von lediglich 3,5 l Diesel pro 100 km. Zusätzliche Potenziale zur Verringerung von Emissionen und Verbrauch erschließen wir durch eine maßgeschneiderte und intelligente Hybridisierung.

Auch bei den Nutzfahrzeugen haben wir den Kraftstoffverbrauch mit den jüngsten Modellen und mit neuen Motoren weiter reduziert. Unsere Actros-, Arocs-, Antos- und Atego-Baureihen, der amerikanische Schwer-Lkw Freightliner Cascadia Evolution sowie der FUSO Super Great V zählen zu den saubersten und wirtschaftlichsten Fahrzeugen ihrer Klasse, und auch unsere neuen Busse überzeugen durch herausragende Verbrauchswerte. (Vgl. Umweltschutz)

Weitere Plug-In-Hybride mit Stern

Nach dem S 500 e (S 500 e: Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert 2,8;CO2-Emissionen in g/km kombiniert 65; Stromverbrauch in kWh/100 km 13,5), der ersten zertifizierten Dreiliter-Luxuslimousine der Welt, die bereits seit Oktober 2014 im Markt ist, haben wir unsere Hybrid-Offensive im Jahr 2015 mit weiteren Modellen fortgesetzt.

Der Mercedes-Benz C 350 e (C 350 e: Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert 2,4-2,1; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 54-48; Stromverbrauch in kWh/100 km 11,3-11,0) überzeugt als Limousine und als Kombi durch außergewöhnliche Dynamik und Effizienz und ermöglicht 31 Kilometer rein elektrisches und damit lokal emissionsfreies Fahren. Der Antrieb stellt eine Systemleistung von 205 kW (279 PS) und ein Systemdrehmoment von 600 Nm bereit. Damit erzielt der neue C 350 e (C 350 e: Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert 2,4-2,1; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 54-48; Stromverbrauch in kWh/100 km 11,3-11,0) (Fahrleistungen eines Sportwagens und verbraucht zertifiziert als Limousine und T-Modell je nach Ausstattung nur zwischen 2,4 und 2,1 l Kraftstoff auf 100 km. Das entspricht CO2-Emissionen von lediglich 54-48 g/km. Die hohe Umweltverträglichkeit des Mercedes-Benz C 350 e (C 350 e: Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert 2,4-2,1; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 54-48; Stromverbrauch in kWh/100 km 11,3-11,0) bestätigten jetzt auch die neutralen Prüfer des TÜV Süd: Der neue Plug-In-Hybrid erfüllt alle Kriterien einer konsequent umweltgerechten Produktentwicklung nach ISO-Richtlinie TR 14062. Die Auszeichnung basiert auf einer umfassenden Ökobilanz des Modells, bei der jedes umweltrelevante Detail dokumentiert wird.

Der neue GLE 500 e 4MATIC (GLE 500 e 4MATIC: Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert 3,3; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 78; Stromverbrauch in kWh/100 km 16,0) ist der erste Geländewagen von Mercedes-Benz mit Plug-In-Hybridantrieb. Er verbindet die Leistung und den Komfort eines V8-Motors mit dem Verbrauch eines Drei-Liter-Autos und der Vielseitigkeit eines Premium-Geländewagens. Zu den Antriebskomponenten gehören ein direkteinspritzender BlueDIRECT-V6-Benzinmotor mit 245 kW (333 PS) und ein Hybridmodul mit einer elektrischen Leistung von 85 kW (116 PS). Neben beeindruckenden Beschleunigungen dank Boost-Funktion bietet der innovative Systemantrieb rein elektrisches Fahren bis zu 130 km/h, optimierte Rekuperation dank der intelligenten Betriebsstrategie und Komfortfunktionen wie die Vorklimatisierung des Innenraums sowohl im Sommer als auch im Winter.

Im Segment der kompakten Geländewagen bietet Mercedes-Benz mit dem GLC 350 e 4MATIC (GLC 350 e 4MATIC: Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert 2,7-2,5; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 64-59; Stromverbrauch in kWh/100 km 15,2-13,9) ab Frühjahr 2016 einen Plug-In-Hybrid an, der agilen Allradfahrspaß mit geringsten Verbrauchs- und Emissionswerten kombiniert: Lediglich 64 bis 59 g CO2/km emittiert das 235 km/h schnelle Mid Size SUV. Damit setzt es einen neuen Klassenbestwert.

Bis zum Jahr 2017 werden wir insgesamt zehn Plug-In-Hybrid-Pkw anbieten, bei denen der Akku auch über die externe Stromversorgung geladen werden kann. Parallel zur Mercedes-Benz Plug-In-Hybridoffensive werden wir in den kommenden Jahren weitere rein elektrische Fahrzeuge auf den Markt bringen. So wird bereits im Jahr 2016 der neue elektrische smart eingeführt — erstmals auch als Viersitzer. Außerdem wird derzeit ein Konzept für eine übergreifende Fahrzeugarchitektur für Elektrofahrzeuge mit 400 bis 500 km Reichweite entwickelt. Auf Basis des Mercedes-Benz GLC werden wir zudem ein innovatives Brennstoffzellen-Modell mit großer Reichweite und kurzen Betankungszeiten als Serienfahrzeug auf den Markt bringen. Darüber hinaus investiert Daimler weiterhin massiv in den Ausbau seiner Batteriekompetenz — ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität und ein starkes Zeichen für ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis.

Sauber, leise und wirtschaftlich: neuer Gasantrieb für Stadtbusse

Mit dem neuen Stadtbus Citaro NGT bietet Mercedes-Benz eine attraktive Alternative zum Citaro mit Dieselmotor an. Der Citaro NGT (Natural Gas Technology) besticht durch seinen leisen Lauf und reduzierte CO2-Emissionen — beides sind wesentliche Pluspunkte für den Verkehr in hoch belasteten Innenstädten. Praktiker überzeugt der Citaro NGT darüber hinaus durch sein niedriges Gewicht und entsprechend viele Fahrgastplätze, die kraftvolle Leistungsentfaltung des Motors, einen niedrigen Kraftstoffverbrauch und lange Wartungsintervalle. Der neue Hightech-Erdgasmotor arbeitet extrem effizient. In Verbindung mit einer intelligenten Ansteuerung der Nebenaggregate resultiert daraus ein Einsparpotenzial des Citaro NGT gegenüber dem Vorgängermodell von 15 bis 20 %. In Verbindung mit dem optionalen Rekuperationsmodul sind sogar noch größere Einsparungen möglich. Mercedes-Benz bietet die neue Antriebsvariante sowohl als Solobus Citaro NGT als auch als Gelenkbus Citaro G NGT an. Der Citaro NGT kann sowohl mit Erdgas als auch mit Bio-Erdgas betrieben werden – dann fährt der Citaro NGT sogar annähernd CO2-neutral.

Infrastruktur für die Brennstoffzelle

Mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG haben die Industrieunternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total die Weichen für den stufenweisen Ausbau des bundesweiten Wasserstoff-Tankstellennetzes gestellt. Bis 2023 sollen in Deutschland rund 400 Stationen entstehen. Dazu sind Investitionen von insgesamt rund 400 Mio. € vorgesehen. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hat seine Geschäftstätigkeit aufgenommen und bereitet die erste Phase des gemeinsamen Aktionsplanes vor. Dieser sieht die zügige Installation von zunächst 100 Tankstellen in den nächsten Jahren vor. Der Erfolg des Brennstoffzellenantriebs mit Wasserstoff hängt sehr stark von einer entsprechenden Infrastruktur ab, die nun von H2 MOBILITY geschaffen wird. Daimler ist vom Potenzial des Brennstoffzellenantriebs mit Wasserstoff überzeugt. Insbesondere durch ihre große Reichweite und die kurze Betankungszeit bietet diese Antriebstechnologie speziell beim Einsatz auf längere Distanzen als Alternative zum Elektroantrieb mit Batterie große Vorteile. Einen Ausblick auf die Zukunft der Brennstoffzelle geben unsere Forschungsfahrzeuge F 015 Luxury in Motion und Vision Tokyo. Ausgerüstet mit dem innovativen F-CELL PLUG-IN HYBRID, einer Kombination aus Elektromotor und Brennstoffzelle, bieten diese Fahrzeuge einen emissionsfreien Aktionsradius von bis zu 1.100 km.

Einstieg in das Geschäft mit stationären Batteriespeichern

Mit seiner hundertprozentigen Tochter ACCUMOTIVE ist Daimler Mitte des Jahres 2015 in das Geschäft mit stationären Energiespeichern eingestiegen. Das von Daimler Business Innovation entwickelte Konzept beinhaltet sowohl die industrielle als auch die gewerbliche und private Nutzung. Für den Einsatz im privaten Bereich lassen sich bis zu acht Batteriemodule zu einem Energiespeicher mit 20 kWh kombinieren. In Haushalten, die über eine eigene Fotovoltaikanlage verfügen, lässt sich der überschüssige Solarstrom in stationären Energiespeichern nahezu verlustfrei zwischenspeichern. Die Markteinführung ist für Anfang 2016 geplant. Für die gewerbliche und industrielle Nutzung sind die Systeme beliebig skalierbar. Große stationäre Energiespeicher können zur Netzstabilisierung sowie zur Glättung von Verbrauchsspitzen eingesetzt werden. Der erste Lithium-Ionen-Speicher im industriellen Maßstab ist bereits am Netz und wird von den Partnerunternehmen The Mobility House AG und GETEC Energie AG betrieben.

Unter dem Motto »Elektromobilität zu Ende gedacht« wird ab Anfang des Jahres 2016 außerdem der derzeit größte 2nd-Use-Batteriespeicher der Welt von einem Joint Venture mit unserer Beteiligung im westfälischen Lünen betrieben und am deutschen Primärregelenergiemarkt vermarktet. Daimler, The Mobility House, GETEC und REMONDIS bilden mit dem Projekt die gesamte Batterie-Wertschöpfungs- und -Verwertungskette ab: von der Herstellung und Aufbereitung der Batteriesysteme bei der Daimler-Tochter ACCUMOTIVE und dem entsprechenden Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeug-Angebot der Daimler AG über die Installation und Vermarktung des stationären Batteriespeichers an den Energiemärkten durch The Mobility House und GETEC bis hin zum Recycling der Batteriesysteme am Ende ihres Lebenszyklus und zur Rückführung der wertvollen Rohstoffe in den Produktionskreislauf durch REMONDIS. Mit dem 2nd-Use Batteriespeicherprojekt belegen die vier Partner, dass der Lebenszyklus einer Plug-In- oder E-Fahrzeug-Batterie nicht nach dem Automobilbetrieb endet. Die Batteriesysteme sind auch danach noch einsatzfähig, denn die geringen Leistungsverluste spielen für die Anwendung im stationären Speicherbetrieb nur eine untergeordnete Rolle. Ein wirtschaftlicher Betrieb im stationären Bereich ist für schätzungsweise mindestens zehn weitere Jahre möglich. Das Verfahren steigert nachweislich die Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen und leistet auch einen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der E-Mobilität.

Unser »Weg zum unfallfreien Fahren«

Fahrzeugsicherheit gehört zu unseren Kernkompetenzen und ist zentraler Bestandteil unserer Produktstrategie. Bereits vor 75 Jahren begann mit dem Eintritt des Ingenieurs Béla Barényi in die damalige Daimler-Benz AG ein wichtiges Kapitel der Geschichte der Fahrzeugsicherheit. Mercedes-Benz hat seitdem die Sicherheitsentwicklung nachhaltig geprägt. Viele Innovationen des Unternehmens besonders auf dem Gebiet des Insassen- und Partnerschutzes haben unzählige Menschenleben gerettet. Unsere Vision vom unfallfreien Fahren treibt uns auch künftig an, Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer so sicher wie möglich zu gestalten.

Bahnbrechende Fortschritte auf dem Weg zum autonomen und unfallfreien Fahren

(Vgl. Unsere Vorboten der neuen Mobilitätsrevolution)

Beim autonomen Fahren haben wir im Berichtsjahr auf dem Weg zur Serie beachtliche Fortschritte gemacht und damit unseren technologischen Vorsprung auf diesem Gebiet untermauert. Meilensteine waren die Forschungsfahrzeuge F 015 Luxury in Motion oder der Vision Tokyo bei den Pkw. Bei den Trucks haben wir sowohl in den USA als auch in Deutschland die Straßenzulassung für die Erprobung des Highway Pilot erhalten. Bereits im Mai startete der autonom fahrende Freightliner Inspiration Truck in den USA. Auf einer deutschen Autobahn hatte der erste teilautonom fahrende Serien-Lkw im Oktober Premiere. Dabei handelt es sich um einen Actros, der mit dem intelligenten System Highway Pilot ausgestattet ist.

Die Bausteine aus unseren Forschungs- und Versuchsfahrzeugen gehen schrittweise in die Serie. Teilautonomes Fahren ist deshalb in unseren Serienfahrzeugen schon heute Realität geworden. So werden die Kernelemente des autonomen Fahrzeugsystems des Freightliner Inspiration Truck bereits heute erfolgreich im Freightliner Cascadia Evolution eingesetzt, der zu tausenden das Bild im US-amerikanischen Güterverkehr prägt. Der DRIVE PILOT in vielen unserer Mercedes-Benz Fahrzeuge kann als Abstands-Pilot DISTRONIC nicht nur automatisch den korrekten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen halten, sondern diesen auch im Geschwindigkeitsbereich bis 210 km/h folgen. Außerdem wird der Fahrer beim Lenken und beim Ausweichen unterstützt.

Mit der Markteinführung der neuen E-Klasse im Frühjahr werden beim Thema Sicherheit, Komfort und Stressentlastung durch neue Fahrassistenzsysteme, Car-to-X-Kommunikation und innovative Sicherheitstechnik abermals neue Maßstäbe gesetzt. Das neue Fahrassistenzpaket wird es beispielsweise ermöglichen, auf Autobahnen und Landstraßen teilautomatisiert zu fahren, in engen Parklücken mit einer Smartphone-App ein- und auszuparken, ohne dass jemand im Fahrzeug sitzt, sowie Gefahrensituationen in immer mehr Situationen durch autonomes Bremsen zu entschärfen. Erstmals wird mit dem Aktiven Spurwechsel-Assistent ein automatisierter Spurwechsel möglich - etwa beim Überholen. Car-to-X-Kommunikation warnt frühzeitig vor Gefahren, und moderne Funktechnik macht das Smartphone zum Fahrzeugschlüssel.

Außerdem ist die neue Mercedes-Benz E-Klasse das erste Serienfahrzeug weltweit, das die Testlizenz für autonomes Fahren im US-Bundesstaat Nevada erhalten hat. Erstmalig und pünktlich zur Leitmesse für Unterhaltungselektronik »CES« in Las Vegas sind im Januar 2016 drei serienmäßige E-Klassen dafür zugelassen worden. (Vgl. Mercedes-Benz SUV-Offensive)

UR:BAN – neue Assistenzsysteme für die Stadt

Kreuzender Verkehr, Radfahrer, querende Passanten, vielleicht aufs Smartphone fixiert, spielende Kinder – der Stadtverkehr fordert den Fahrer in einer Vielzahl von Situationen und birgt Unfallgefahren. Viel Spielraum für Assistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen und die Fahrt im urbanen Raum sicherer und stressfreier machen.

Auf dem Weg dahin ist den Forschern der Daimler AG im Rahmen der Forschungsinitiative UR:BAN ein Durchbruch gelungen: Mit dem sogenannten »Szenen-Labeling« klassifiziert das kamerabasierte System völlig unbekannte Situationen automatisch und detektiert so alle für die Fahrerassistenz wichtigen Objekte – vom Radler über den Fußgänger bis zum Rollstuhlfahrer. Daimler-Forscher haben dem System gezielt tausende Bilder verschiedener deutscher Städte gezeigt, in denen sie manuell 25 verschiedene Objektklassen wie Fahrzeuge, Radfahrer, Fußgänger, Straßen, Gehsteige, Gebäude, Pfosten oder Bäume präzise »gelabelt« hatten. Anhand dieser Beispiele hat das System gelernt, völlig unbekannte Bilder automatisch korrekt zu klassifizieren und so alle für die Fahrerassistenz wichtigen Objekte auch bei starker Verdeckung und in großen Entfernungen zu detektieren. Möglich machen dies leistungsstarke Rechner, die ähnlich dem menschlichen Gehirn künstlich neuronal vernetzt sind, sogenannte Deep Neural Networks. Mit dem Szenen-Labeling wird die Kamera vom reinen Messsystem zu einem verstehenden System, so vielseitig wie das Zusammenspiel von Auge und Gehirn. Durch die in den zurückliegenden Jahren enorm gestiegene Rechnerleistung rückt der Tag näher, an dem Fahrzeuge ihre Umgebung so sehen wie der Mensch und auch komplexe Situationen in der Stadt richtig verstehen. Die Vision vom autonomen und unfallfreien Fahren wird dadurch mehr und mehr zur Realität.

Hochauflösende LED-Scheinwerfer

Neue Dimensionen in der Scheinwerfertechnik öffnet die künftige E-Klasse. Die weiterentwickelten MULTIBEAM LED Scheinwerfer arbeiten nun mit 84 statt bisher 24 einzeln angesteuerten Hochleistungs-LEDs. Dies verhilft den Scheinwerfern der neuen E-Klasse zu einer um den Faktor 3,5 höheren Auflösung des Lichtbilds. Andere Verkehrsteilnehmer können dadurch präziser vor Blendung geschützt werden, und auch Eigenblendungen werden wirksamer vermieden. Diese neue Dimension der Präzision in der Lichtverteilung ermöglicht auch nochmals eine höhere Nutzungsdauer des Teilfernlichts und bringt somit wieder ein Plus an Sicherheit. Außerdem profitiert der Fahrer von einer besseren Fahrbahnausleuchtung. Im Vergleich zu heutigen am Markt üblichen Systemen bieten die MULTIBEAM LED Scheinwerfer im Teilfernlicht eine bis zu 2,5fach größere Leuchtkraft. Durch die völlig frei konfigurierbare hochauflösende Lichtverteilung können sämtliche Funktionen des Intelligent Light Systems im Abblend- und Fernlichtbetrieb in der neuen E-Klasse erstmals rein digital dargestellt werden. Dynamisches Kurvenlicht ist damit als Weltneuheit erstmals rein elektronisch umgesetzt. Außerdem wird eine Vielzahl neuer, adaptiver Lichtfunktionen möglich, die zum Beispiel das Fahren bei Nacht oder bei schlechtem Wetter für den Fahrer, aber auch für die Partner im Straßenverkehr erneut sicherer machen.

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