Weltwirtschaft

Im Berichtsjahr expandierte die Weltwirtschaft mit einem realen Wachstum von rund 2,5 % leicht schwächer als in den beiden Vorjahren und blieb damit erneut deutlich unterhalb des langfristigen Trends. (Vgl Abbildung B.05) Ursächlich hierfür war vor allem die weiter nachlassende und ausgesprochen unbefriedigende konjunkturelle Entwicklung in den Schwellenländern. Die globalen Finanzmärkte waren im Jahresverlauf weiterhin von erheblichen Kursschwankungen geprägt. Die industriellen Rohstoffpreise gaben gegenüber dem Vorjahr deutlich nach und lagen um rund ein Fünftel unter dem Niveau von 2014, bei den Rohölpreisen lag der Rückgang bei knapp 50 %.

B.05 Wirtschaftswachstum

In einem insgesamt verhaltenen weltwirtschaftlichen Umfeld konnten die Volkswirtschaften der Industrieländer im Vergleich zum Vorjahr an Dynamik gewinnen. Zusammengenommen stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieser Länder um rund 1,9 % (Vorjahr 1,7 %) an. Die US-Wirtschaft erwies sich dabei einmal mehr als stabile Stütze der globalen Konjunktur. Getragen von einem lebhaften privaten Konsum und soliden Unternehmensinvestitionen erreichten die Vereinigten Staaten ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von 2,4 %. In Japan hat sich die Wirtschaft zum Jahresanfang noch leicht belebt, hatte danach aber eher wieder eine schwächere Phase. Nur durch den positiven Jahresstart ergab sich insgesamt noch ein leichtes Wachstum von rund 0,5 %.

Obwohl gerade in der ersten Jahreshälfte von der Griechenland-Krise erhebliche Unsicherheiten ausgingen, gehörte die Konjunktur der Europäischen Währungsunion (EWU) zu den positiven Überraschungen des Berichtsjahres. In Summe dürfte die EWU eine gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate von rund 1,5 % erreicht haben. Eine niedrige Inflation, steigende Realeinkommen, niedrige Energiepreise, ein schwächerer Euro sowie eine geldpolitisch sehr expansive Europäische Zentralbank (EZB) waren für diese positive Entwicklung verantwortlich. Besonders erfreulich war, dass ehemalige Krisenländer wie Spanien und Irland mit die höchsten Zuwachsraten aufweisen konnten. Aber auch die deutsche Volkswirtschaft zeigte sich mit einem Plus von 1,7 % sehr robust. Die britische Wirtschaft konnte wie schon in den Vorjahren mit einer konjunkturellen Expansion von 2,2 % überzeugen.

Im Gegensatz zu den Industrieländern ging das gesamtwirtschaftliche Wachstumstempo der Schwellenländer im Berichtsjahr erneut zurück. Es lag bei nur noch circa 3,3 % (Vorjahr 4,3 %) und damit fast so niedrig wie zuletzt während der Finanzkrise im Jahr 2009. Ein wesentlicher Grund war der nochmalige Rückgang der Rohstoffpreise, der vor allem die konjunkturelle Entwicklung der Rohstoff exportierenden Länder stark beeinträchtigte. Einige Volkswirtschaften wie Russland und Brasilien durchliefen sogar ausgeprägte Rezessionen. Hinzu kam in wichtigen Schwellenländern eine erhebliche Abwertung der Währung. Die konjunkturelle Abschwächung in China auf eine Zuwachsrate von 6,9 % lag im Rahmen der Erwartungen, und erfreulicherweise konnte damit die Umstrukturierung der Wirtschaft weiterhin ohne eine »harte Landung« fortgesetzt werden. Allerdings löste die markante Korrektur des chinesischen Aktienmarktes zur Jahresmitte erhebliche Unruhe auf den globalen Finanzmärkten aus.

In diesem teilweise sehr angespannten weltwirtschaftlichen Umfeld waren die Wechselkurse sehr volatil. So pendelte der Kurs des US-Dollar zum Euro im Jahresverlauf zwischen 1,05 und 1,21. Zum Jahresende war der Euro mit 1,09 US-$ rund 10 % schwächer als ein Jahr zuvor. Erneut recht ausgeprägt war die Schwankungsbreite des japanischen Yen gegenüber dem Euro mit einem Korridor von 126 bis 146. Hier lag der Wert des Euro gegenüber dem Yen zum Jahresende 10 % unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem britischen Pfund schloss der Euro zum Jahresende mit einer Abwertung von knapp 6 %. Gegenüber einigen Währungen, zum Beispiel der türkischen Lira und dem kanadischen Dollar, ergaben sich dagegen teilweise zweistellige Aufwertungen des Euro, und mit über 30 % war die Aufwertung gegenüber dem brasilianischen Real am deutlichsten. Im Verhältnis zum Rubel war der Euro am Jahresende um fast 12 % stärker, wobei die unterjährige Volatilität mit Werten zwischen 53 und 82 Rubel je Euro erheblich war.

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