Cash Flow

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (vgl. Tabelle B.24) belief sich im Jahr 2015 auf 0,2 (i. V. Mittelabfluss 1,3) Mrd. € und war insbesondere geprägt durch die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie. Das Neugeschäft aus der Leasing- und Absatzfinanzierung lag um 3,3 Mrd. € über dem hohen Niveau des Vorjahres. Positive Effekte ergaben sich aus dem Konzernergebnis vor Steuern, das sich um 2,5 auf 12,7 (i. V. 10,2) Mrd. € erhöhte. Des Weiteren wirkten im Jahr 2015 höhere Ertragsteuererstattungen aus der Veranlagung der Vorjahre. Zudem waren im Jahresvergleich niedrigere Zuwendungen an die Pensionsfonds zu verzeichnen. Der Vorjahreszeitraum war beeinflusst durch die Zahlungsmittelabflüsse aus der außerordentlichen Dotierung der deutschen Pensionsvermögen in Höhe von 2,5 Mrd. €, während in der aktuellen Periode die Sonderdotierungen in Deutschland und USA bei 1,2 Mrd. € lagen.

B.24 Verkürzte Konzern-Kapitalflussrechnung

  2015 2014 15/14
in Millionen €     Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang 9.667 11.053 -1.386
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 222 -1.274 +1.496
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -9.722 -2.709 -7.013
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 9.631 2.274 +7.357
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 138 323 -185
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende 9.936 9.667 +269

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (vgl. Tabelle B.24) ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 9,7 (i. V. 2,7) Mrd. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus den Käufen und Verkäufen von Anteilsbesitz. Im Vorjahreszeitraum wurden für die Veräußerung der Anteile an RRPSH Erlöse in Höhe von 2,4 Mrd. € vereinnahmt. Zudem führten der Verkauf der Anteile und die Ablösung des Kurssicherungsinstruments an Tesla zu einem Mittelzufluss in Höhe von 0,6 Mrd. €. Dagegen wirkten im Berichtszeitraum insbesondere die durchgeführten Kapitalerhöhungen bei unseren Beteiligungen sowie der im Dezember 2015 getätigte Kauf der Anteile am digitalen Kartengeschäft HERE. Des Weiteren beeinflussten die gestiegenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen den Cash Flow aus der Investitionstätigkeit. Negative Effekte ergaben sich zudem aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren. In der Berichtsperiode ergaben sich insgesamt Mittelabflüsse (netto), wohingegen im Vorjahreszeitraum die Verkäufe von Wertpapieren die Käufe überstiegen.

Aus dem Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (vgl. Tabelle B.24) resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss von 9,6 (i. V. 2,3) Mrd. €. Die Veränderung beruhte nahezu ausschließlich auf den erneut gestiegenen Finanzierungsverbindlichkeiten. Gegenläufig wirkten die gestiegenen Dividendenzahlungen an die Aktionäre der Daimler AG sowie an die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften.

Seit dem 31. Dezember 2014 stiegen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 0,3 Mrd. €. Die Liquidität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere umfasst, erhöhte sich um 1,9 Mrd. € auf 18,2 Mrd. €.

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle B.25), dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit erfolgt. Die im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren werden herausgerechnet, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flow ist.

B.25 Free Cash Flow des Industriegeschäfts

  2015 2014 15/14
in Millionen €     Veränderung
       
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 11.735 7.539 +4.196
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -9.936 -2.887 -7.049
Veränderung der verzinslichen Wertpapiere 1.897 -195 +2.092
Übrige Anpassungen1 264 1.022 -758
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 3.960 5.479 -1.519

1 Die Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler, die sich im Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit niederschlagen, werden in den übrigen Anpassungen herausgerechnet.

Die übrigen Anpassungen betreffen Zugänge an Sachanlagen, die dem Konzern aufgrund der Ausgestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind. Weiterhin werden Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler herausgerechnet. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Zahlungsströme im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Anteilen an Tochtergesellschaften ohne Beherrschungsverlust im Free Cash Flow berücksichtigt.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im Jahr 2015 auf 4,0 Mrd. €. Die Zahlungsmittelabflüsse aus den Sonderzahlungen im Zusammenhang mit Pensions- und Gesundheitsfürsorgeleistungen in Deutschland und den USA in Höhe von 1,2 Mrd. € reduzierten den Free Cash Flow des Industriegeschäfts. Ebenso wirkte der Kauf der Anteile am digitalen Kartengeschäft HERE in Höhe von 0,7 Mrd. €. Bereinigt um diese Sachverhalte belief sich der Free Cash Flow des Industriegeschäfts auf 5,9 Mrd. € (i.V 5,2 Mrd. €).

Zu Beginn des Jahres 2015 haben wir einen Free Cash Flow erwartet, der die Dividendenzahlung in Höhe von 2,6 Mrd. € deutlich übersteigt und aufgrund der verstärkten Investitionsoffensive jedoch deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt. Infolge der günstigen Geschäftsentwicklung im Verlauf des Jahres 2015 haben wir unsere Cash Flow-Prognose unterjährig sukzessive angehoben. Unter Einbeziehung der Sondereffekte des Erwerbs von HERE und der außerordentlichen Dotierung von Pensionsvermögen im vierten Quartal lag der Free Cash Flow des Berichtsjahres unter dem Wert des Jahres 2014. Bereinigt um diese wesentlichen Sondereffekte übertraf der Free Cash des Industriegeschäfts mit 5,9 Mrd. € den Vorjahreswert von 5,2 Mrd. € deutlich.

Der Anstieg des bereinigten Free Cash Flow um 0,7 Mrd. € auf 5,9 Mrd. € spiegelt die positive Geschäftsentwicklung wider und war im Wesentlichen auf die höheren Ergebnisbeiträge der automobilen Geschäftsfelder zurückzuführen. Gegenläufige Effekte resultierten aus dem höheren Anstieg des Working Capital als Saldo aus der Veränderung der Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Neben den gestiegenen Kapitalerhöhungen in unsere Beteiligungen reduzierten insbesondere gestiegene Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen den Free Cash Flow des Industriegeschäfts. Zudem waren höhere Steuerzahlungen zu verzeichnen.

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle B.26) errechnet sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditätsmanagement einbezogenen verzinslichen Wertpapiere abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungsverbindlichkeiten.

B.26 Netto-Liquidität des Industriegeschäfts

  31.12. 2015 31.12. 2014 15/14
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
8.369

8.341

+28
Verzinsliche Wertpapiere 6.999 5.156 +1.843
Liquidität 15.368 13.497 +1.871
Finanzierungsverbindlichkeiten 2.612 3.193 -581
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungsverbindlichkeiten 600 263 +337
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) 3.212 3.456 -244
Netto-Liquidität 18.580 16.953 +1.627

Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des Industriegeschäfts abgezogen. Zum 31. Dezember 2015 hatte die konzerninterne Refinanzierung aufgrund der Verwendung von Eigenmitteln des Industriegeschäfts einen höheren Umfang als die originär im Industriegeschäft aufgenommenen Finanzierungsverbindlichkeiten. Hieraus ergab sich ein positiver, die Netto-Liquidität erhöhender Wert für die Finanzierungsverbindlichkeiten des Industriegeschäfts, sodass die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts die ausgewiesene Bruttoliquidität übersteigt.

Seit dem 31. Dezember 2014 erhöhte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts von 17,0 Mrd. € auf 18,6 Mrd. €. Der Anstieg war im Wesentlichen auf den positiven Free Cash Flow in Höhe von 4,0 Mrd. € zurückzuführen. Gegenläufig wirkten die Dividendenzahlungen an die Aktionäre der Daimler AG (2,6 Mrd. €) sowie an die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften (0,3 Mrd. €). Positive Wechselkurseffekte wurden teilweise durch Kapitalerhöhungen an Financial Services Gesellschaften kompensiert und führten insgesamt zu einer Erhöhung der Netto-Liquidität um 0,5 Mrd. €.

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2014 von 70,1 Mrd. € auf 82,4 Mrd. € erhöht (Vgl. Tabelle B.27). 

B.27 Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns

  31.12. 2015 31.12. 2014 15/14
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9.936 9.667 +269
Verzinsliche Wertpapiere 8.273 6.634 +1.639
Liquidität 18.209 16.301 +1.908
Finanzierungsverbindlichkeiten -101.142 -86.689 -14.453
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungsverbindlichkeiten 583 270 +313
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -100.559 -86.419 -14.140
Netto-Verschuldung -82.350 -70.118 -12.232
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