Integrität und Compliance

Kultur der Integrität

Integrität ist einer unserer vier Unternehmenswerte, die das Fundament für unsere Geschäftsaktivitäten bilden. Wir sind der Überzeugung, dass anständiges Wirtschaften uns dauerhaft erfolgreich macht und der Gesellschaft zugutekommt. Als weltweit tätiges Unternehmen übernehmen wir Verantwortung und wollen in Sachen ethische Unternehmensführung Vorreiter sein. Ihre Weiterentwicklung und Verstetigung ist eine wichtige Aufgabe und deshalb Bestandteil der Zielvereinbarung für die Vorstandsvergütung. Eine grundsätzliche Richtschnur für unsere Geschäftstätigkeit stellen die zehn Prinzipien des UN Global Compact dar, dem wir als Gründungsteilnehmer und Teilnehmer der LEAD Gruppe besonders verbunden sind.

Um unsere Kultur der Integrität weiterzuentwickeln, pflegen wir bereits seit 2011 den kontinuierlichen Dialog mit unseren Mitarbeitern. Integrität lässt sich nicht verordnen, deshalb ist der regelmäßige Austausch zu Fragen der Integrität selbstverständlicher Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Wir kommunizieren Integritätsthemen regelmäßig in unseren internen Medien und stellen im Intranet umfangreiche Materialien für alle Unternehmensbereiche bereit.

Richtlinie für integres Verhalten

Die Richtlinie ist ein Ergebnis des Mitarbeiterdialogs. Sie basiert auf einem gemeinsam mit der Belegschaft erarbeiteten Werteverständnis und legt die Grundsätze unseres Handelns im Geschäftsalltag fest. Dazu gehören etwa Fairness, Verantwortung, gegenseitiger Respekt, Transparenz, Offenheit und die Achtung von Recht und Gesetz. Die Richtlinie ist konzernweit gültig und steht in 23 Sprachen zur Verfügung. Eine »Orientierungshilfe« zu häufig gestellten Fragen unterstützt die Beschäftigten bei der Anwendung im Alltag.

Zentrale Anlauf- und Beratungsstelle

Der »Infopunkt Integrität« steht unseren Mitarbeitern an den deutschen Standorten seit März 2015 zur Verfügung: Das Team gibt Rat zu Integritätsfragen im Geschäftsalltag und vermittelt die richtigen Ansprechpartner.

Mitarbeiteransprache

Unsere Mitarbeiter werden über innovative Dialogangebote dazu angeregt, sich mit Integrität auseinanderzusetzen. So können Führungskräfte eine Toolbox nutzen, um in ihrem Bereich Integrität zum Thema zu machen. Zudem haben sich seit September 2014 weltweit mehr als 55.000 Beschäftigte an unserem Online-Spiel »Monster Mission« beteiligt. Es lädt dazu ein, sich spielerisch mit konkreten Fragen des integren Handelns im Arbeitsalltag zu beschäftigen, und sensibilisiert die Mitarbeiter für die Grundsätze unserer Richtlinie für integres Verhalten.

Umfangreiches Schulungsangebot

Unser Schulungsangebot beruht ebenfalls auf der Richtlinie für integres Verhalten. Wir legen unser integriertes Trainingsprogramm auf Basis eines jährlichen Planungszyklus fest – von der Bedarfsanalyse über die Durchführung bis zum Feedback- und Monitoring-Prozess. Es umfasst unter anderem die Themen Integrität, Compliance, Datenschutz und Kartellrecht. Je nach Risiko und Zielgruppe nutzen wir Präsenzschulungen und webbasierte Trainings. Mit unseren Trainingsmaßnahmen unterstützen wir die nachhaltige Verankerung von integrem und regelkonformem Verhalten im Unternehmen und geben unserer Belegschaft Hilfestellung im Umgang mit konkreten Fragestellungen aus der Praxis. Ein webbasiertes Grundlagentraining zu Integrität, Compliance und Recht steht den Beschäftigten über das Intranet zur Verfügung. Jeder neue Beschäftigte bei Daimler muss dieses Training bei seiner Einstellung absolvieren; es ist Teil eines Welcome Packages. Im Jahr 2015 haben etwa 50.000 Beschäftigte unterschiedlicher Hierarchieebenen daran teilgenommen.

Anforderungen an unsere Führungskräfte

Diese Anforderungen sind ebenfalls Teil der Richtlinie für integres Verhalten. Führungskräfte haben Vorbildfunktion und tragen eine besondere Verantwortung. Alle unsere Seminare zur Qualifizierung neuer Manager enthalten deshalb Module zu Integrität. Außerdem sind Integrität und Compliance wichtige Kriterien in der jährlichen Zielvereinbarung und bei der Zielerreichung unserer Führungskräfte.

Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung

Der Beirat ist mit unabhängigen externen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Journalismus und Nichtregierungsorganisationen besetzt. Er informiert sich regelmäßig über Aktivitäten unseres Unternehmens, tauscht sich mit Vertretern unseres Unternehmens aus und begleitet den Integritätsprozess bei Daimler kritisch-konstruktiv.

Aktuelle gesellschaftliche Diskussionen zu unternehmensrelevanten Themen treiben wir voran, indem wir uns mit Stakeholdern austauschen. Dazu haben wir 2015 die Fachtagung zum Thema »Autonomes Fahren im Spiegel von Recht und Ethik« ausgerichtet.

Compliance

Daimler handelt nach ethischen Grundsätzen und hält sich an alle relevanten Gesetze, internen Regelungen und freiwilligen Selbstverpflichtungen. An erster Stelle achten wir darauf, allen geltenden Anti-Korruptionsvorschriften zu genügen sowie einen fairen Wettbewerb zu wahren und zu fördern, wie wir dies in unserer Richtlinie für integres Verhalten festgeschrieben haben.

Compliance Management System (CMS)

Unser CMS orientiert sich an nationalen und internationalen Standards. Es unterstützt uns dabei, regelkonformes Verhalten im Tagesgeschäft sicherzustellen. Die Wirksamkeit des Systems überprüfen wir laufend und passen es an weltweite Entwicklungen, veränderte Risiken sowie neue rechtliche Anforderungen an. So verbessern wir seine Effizienz und Effektivität.

»Anti-Geldwäsche-Richtlinie«

Diese Richtlinie für den Bereich Güterhandel dient der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Sie bildet die Grundlage dafür, dass konzernweit die jeweils geltenden nationalen Gesetzesvorgaben eingehalten werden. Der Chief Compliance Officer fungiert als Geldwäschebeauftragter der Daimler AG. Bei der Steuerung und Koordinierung der Maßnahmen zur Geldwäscheprävention im Bereich Güterhandel wird er von einem Center of Competence unterstützt.

Konsequente Berücksichtigung von Sanktionslisten

Daimler trägt in angemessener Weise dafür Sorge, dass sanktionsrechtliche Vorgaben des Gesetzgebers berücksichtigt werden. Um diese ebenso effektiv wie effizient umzusetzen, haben wir weltweit einen einheitlichen systemgestützten Prozess eingeführt.

Systematische Minimierung von Compliance-Risiken

Alljährlich analysieren und evaluieren wir unsere Geschäftseinheiten systematisch in Bezug auf Compliance-Risiken. Die Ergebnisse dieser Analyse liefern die Grundlage zur Risikosteuerung. Ein Schwerpunkt unserer Maßnahmen zur Risikominimierung liegt auf Vertriebsgesellschaften in Hochrisikoländern. Die Verantwortung für die Umsetzung der Maßnahmen sowie die Aufsichtspflicht liegen beim Management der jeweiligen Gesellschaft, das eng mit dem Bereich Group Compliance zusammenarbeitet.

Wirkungsvolle Compliance-Strukturen

Unsere Compliance-Organisation ist divisional ausgerichtet. Auf diese Weise können wir die einzelnen Geschäftsfelder wirkungsvoll unterstützen und beraten. Hierfür steht jeweils ein divisionaler oder regionaler Compliance-Beauftragter zur Verfügung. Zusätzlich achten weltweit lokale Compliance-Ansprechpartner darauf, dass unsere Standards eingehalten werden. Die divisionalen und regionalen Compliance-Beauftragten berichten direkt an den Chief Compliance Officer. Damit ist ihre Unabhängigkeit von den Geschäftsfeldern gewährleistet. Der Chief Compliance Officer wiederum berichtet direkt an das Vorstandsmitglied für Integrität und Recht sowie an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

Um die Compliance-Mitarbeiter bei den sich immer wieder ergebenden rechtlichen und regulatorischen Änderungen zu unterstützen, stellen wir im Rahmen unseres integrierten Trainingsprogramms zielgruppenspezifische Qualifizierungsmaßnahmen bereit.

Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office)

Das BPO ermöglicht es Daimler-Beschäftigten und externen Hinweisgebern, weltweit Regelverstöße zu melden. Es nimmt rund um die Uhr und – sofern lokal rechtlich zulässig – auch anonym Hinweise entgegen. So werden wir auf mögliche Risiken und konkrete Regelverstöße aufmerksam und können Schaden vom Unternehmen abwenden. Eine weltweit gültige Konzernrichtlinie gewährleistet eine faire und sensible Vorgehensweise, die Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit und den Schutz des Hinweisgebers sowie des Betroffenen. In Deutschland können Hinweise an das BPO auch über einen »Neutralen Mittler« gemeldet werden. Diese Funktion ist durch eine unabhängige Rechtsanwältin besetzt, die aufgrund ihrer Schweigepflicht zur Vertraulichkeit verpflichtet ist.

Compliance unserer Geschäftspartner

Integres und regelkonformes Verhalten unserer Geschäftspartner ist für uns eine unabdingbare Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bei der Auswahl unserer direkten Geschäftspartner achten wir darauf, dass sie Gesetze einhalten und ethische Grundsätze befolgen. Im Rahmen unseres integrierten Trainingsprogramms bieten wir ihnen je nach Risiko auch spezielle Trainings zu Integrität und Compliance an. Unterläuft ein Partner unsere Standards, behalten wir uns vor, die Zusammenarbeit zu beenden. Zu unseren Erwartungen an unsere Geschäftspartner siehe auch daimler.com/nh/ugb.

Erfahrungsaustausch zur Compliance-Praxis

Um eine Plattform für den Austausch über Compliance-Trends und -Herausforderungen zu schaffen, haben wir mit der Daimler Compliance Akademie ein jährliches Praxisseminar konzipiert. Es richtet sich an Compliance-Praktiker aller Branchen und fand 2015 zum zweiten Mal statt.

Kartellrecht

Unser konzernweites, an nationalen und internationalen Standards ausgerichtetes Antitrust-Compliance-Programm unterstützt uns dabei, die Einhaltung der kartellrechtlichen Bestimmungen in unseren Geschäftstätigkeiten sicherzustellen. Anhand der Beurteilung qualitativer und quantitativer Faktoren analysieren wir systematisch die kartellrechtlichen Risiken aller unserer Geschäftseinheiten. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden die Basis für unsere Risikosteuerung und die Definition der Maßnahmen, um etwaigen kartellrechtlichen Risiken zu begegnen.

Mit einem Schulungsangebot sowie schriftlichen Ratgebern und Praxishilfen unterstützen wir unsere Mitarbeiter, kartellrechtlich kritische Situationen zu erkennen und sich im Tagesgeschäft regelkonform zu verhalten. Bei kartellrechtlichen Fragen können sich unsere Beschäftigten darüber hinaus an eine vom Rechtsbereich eingerichtete Beratungs-Hotline wenden. Unser Antitrust-Compliance-Programm definiert einen verbindlichen Daimler-Standard, wie wettbewerbsrechtliche Fragen intern zu beurteilen sind. Dabei orientieren wir uns insbesondere an den strengen Maßstäben der europäischen Kartellbehörden und Gerichte. Unser Standard ist die Grundlage für eine effektive Umsetzung des Programms und ermöglicht es uns, geleitet und unterstützt durch unseren Rechtsbereich, konzernweit ein einheitliches Compliance- und Beratungsniveau sicherzustellen. Wir überprüfen unser Antitrust-Compliance-Programm fortlaufend, um es kontinuierlich an weltweite Entwicklungen, neue rechtliche Anforderungen und veränderte Risiken anzupassen und seine Effektivität stetig zu verbessern.

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Entsprechenserklärung
Bericht des Prüfungsausschusses