Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, im Geschäftsjahr 2015 trat der Aufsichtsrat zu sieben Sitzungen zusammen. Dabei befasste er sich intensiv und umfassend mit der strategischen und operativen Entwicklung Ihres Unternehmens.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2015 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Bei der Leitung des Unternehmens hat er den Vorstand fortlaufend beraten und überwacht. Er hat geprüft, ob der Jahres- und Konzernabschluss, der für die Gesellschaft und den Konzern zusammengefasste Lagebericht und die weitere Finanzberichterstattung den geltenden Anforderungen entsprechen. Darüber hinaus hat er nach sorgfältiger Prüfung und Beratung zahlreiche seiner Zustimmung unterworfene Geschäftsvorfälle gebilligt. Dazu gehörten unter anderem die Finanz- und Investitionsplanung, bedeutende Eigenkapitalmaßnahmen in Konzerngesellschaften, wesentliche Einzelinvestitionen sowie Vertragsabschlüsse mit besonderer Bedeutung für das Unternehmen. Über eine Vielzahl weiterer Maßnahmen und Geschäftsvorfälle hat der Vorstand den Aufsichtsrat informiert und diese mit ihm diskutiert, beispielsweise die Weiterentwicklung der strategischen Programme in den einzelnen Geschäftsfeldern und den Stand verschiedener Kooperationsvorhaben weltweit. Der Aufsichtsrat hat die Informationen und Bewertungen, die für seine Entscheidungen und Empfehlungen maßgeblich waren, intensiv und detailliert mit dem Vorstand erörtert.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig über alle maßgeblichen wirtschaftlichen Kennzahlen des Konzerns und der Geschäftsfelder. Zudem unterrichtete er den Aufsichtsrat im Berichtszeitraum fortlaufend über alle grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions-, Absatz- und Personalplanung, aktuelle Entwicklungen bei Konzerngesellschaften, die Umsatzentwicklung sowie die Lage der Gesellschaft und der Geschäftsfelder. Darüber hinaus berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat kontinuierlich über die Rentabilität des Eigenkapitals und die Liquiditätssituation des Unternehmens, die Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, die gesamtwirtschaftliche Situation und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und im Finanzdienstleistungsbereich. Weitere Themen waren die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sowie die weitere Umsetzung der Maßnahmen zur Sicherstellung einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Mobilität. Der Aufsichtsrat hat sich im Einzelnen auch mit der Aktienkursentwicklung und deren Hintergründen sowie den erwarteten Wirkungen der strategischen Vorhaben auf die Kursentwicklung befasst.

Daimler hat auch im abgelaufenen Jahr sein profitables Wachstum fortgesetzt. Die vom Aufsichtsrat nachdrücklich unterstützte Strategie wird diszipliniert und mit Erfolg umgesetzt. Bei Absatz, Umsatz und Ergebnis wurden im Jahr 2015 neue Höchstwerte erzielt. Dabei konnten auch die Herausforderungen aus teilweise sehr ungünstigen Rahmenbedingungen in einzelnen Märkten durch den Erfolg in anderen Regionen mehr als ausgeglichen werden. Die finanzielle Stärke des Unternehmens und eine solide Bilanz machen es möglich, diese Wachstumsstrategie fortzusetzen und gleichzeitig eine attraktive Dividende für unsere Aktionäre auszuschütten. Mit wettbewerbsstarken Produkten und innovativen Technologien wurde die Modellpalette auch im abgelaufenen Jahr weiter verbreitert. Strukturelle Anpassungen und fortgesetzte Effizienzverbesserungen machen das Geschäftsmodell robuster gegen kurz- und langfristige Umfeldveränderungen. Die für die nächsten Jahre erwarteten weitgehenden Veränderungen in unserer Industrie wollen wir damit aus einer Position der Stärke heraus mitgestalten. Zu diesem Zweck werden auch in den kommenden Jahren in hohem Umfang Vorleistungen für die Zukunft erbracht. Dazu gehören Investitionen in das Kerngeschäft und die Ausschöpfung zusätzlicher Marktpotenziale ebenso wie die Entwicklung neuer Technologien, die zunehmende Digitalisierung und der Ausbau innovativer Mobilitätsdienstleistungen.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Die Sitzungen des Aufsichtsrats waren von einem offenen und intensiven Austausch geprägt. Der Aufsichtsrat hat in jeder seiner Sitzungen eine Executive Session eingerichtet, um Themen in Abwesenheit des Vorstands besprechen zu können. Die Sitzungsteilnahme der Mitglieder des Aufsichtsrats lag im Geschäftsjahr 2015 wie in den Vorjahren auf hohem Niveau. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats haben im abgelaufenen Geschäftsjahr an deutlich mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen.

Auf anstehende Beschlüsse bereiteten sich die Aufsichtsratsmitglieder regelmäßig anhand von Unterlagen vor, die der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hatte. Sie wurden dabei von den jeweils zuständigen Ausschüssen unterstützt und erörterten die zur Entscheidung anstehenden Maßnahmen und Geschäfte intensiv mit dem Vorstand. Für ihre Aufgaben erforderliche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen nahmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenständig wahr. Hierzu befassten sie sich unter anderem in den Sitzungen des Aufsichtsrats und in gesonderten Fortbildungsveranstaltungen vertieft mit Themen von grundsätzlicher Bedeutung für das Unternehmen, beispielsweise mit der makroökonomischen Situation der maßgeblichen Absatzmärkte, mit Fragen der Corporate Governance sowie Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen oder mit neuen Produkten und zukunftsweisenden Technologien. Die Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter bereiteten zudem die Aufsichtsratssitzungen regelmäßig in getrennten Gesprächen vor, an denen auch Mitglieder des Vorstands teilnahmen.

Über die wichtigsten Indikatoren der Geschäftsentwicklung und bestehende Risiken unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat anhand schriftlicher Monatsberichte und Risikoberichte und legte ihm die Zwischenfinanzberichte vor. Auch zwischen den Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über besondere Vorgänge in Kenntnis gesetzt. Zusätzlich informierte der Vorstandsvorsitzende den Aufsichtsratsvorsitzenden in regelmäßigen Gesprächen über wichtige Entwicklungen und über jene Angelegenheiten, die dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung oder Kenntnisnahme vorgelegt werden sollten.

In sachlich gerechtfertigten Einzelfällen, beispielsweise bei besonderer Eilbedürftigkeit, wurde der Aufsichtsrat in Abstimmung mit seinem Vorsitzenden um schriftliche Beschlussfassung gebeten. Zur Vorbereitung solcher Beschlussfassungen wurden umfassende und aussagekräftige Unterlagen an die Mitglieder des Aufsichtsrats verteilt. Zudem standen die Mitglieder des Vorstands für einen bilateralen Austausch zur Klärung eventueller Rückfragen zur Verfügung.

Themen der Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2015

In einer Sitzung Anfang Februar 2015 wurden im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2014 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2015 erörtert. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2014 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 5. Februar 2015 veröffentlicht.

In der Aufsichtsratssitzung am 13. Februar 2015 entschied der Aufsichtsrat zunächst über die weiter unten beschriebene Personalie des Vorstands. Anschließend behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2014 sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht, den Vergütungsbericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an. Er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Damit war der Jahresabschluss 2014 der Daimler AG festgestellt. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht sowie seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2015 verabschiedet.

Ebenfalls in der Sitzung am 13. Februar 2015 informierte sich der Aufsichtsrat ausführlich über die Strategie zur Informationssicherheit bei Daimler. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie die unterschiedlichen IT-Systeme des Konzerns Hacker-Angriffe identifizieren und abwehren. Zudem diskutierte der Aufsichtsrat den aktuellen Stand der bedeutendsten Rechtsverfahren wie beispielsweise die Schiedsverfahren in Sachen Toll Collect oder das EU-Kartellverfahren gegen Lkw-Hersteller. Danach erörterte der Aufsichtsrat die Ergebnisse der im Geschäftsjahr 2014 durchgeführten Effizienzprüfung, die erneut eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand bestätigten. Hinweise zur weiteren Optimierung der Zusammenarbeit wurden konsequent aufgegriffen und im Laufe des Geschäftsjahres abgearbeitet.

Abschließend befasste sich der Aufsichtsrat mit Fragen der Corporate Governance sowie mit Themen der Vorstandsvergütung. Außerdem wurden die in der Sitzung vorgestellten sonstigen Mandate und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder genehmigt.

Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung am 1. April 2015 stand unter anderem die Wiederwahl von Dr. Paul Achleitner als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Nach dessen Wahl durch die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Dr. Paul Achleitner anschließend erneut zum Mitglied des Nominierungsausschusses.

In einer weiteren Sitzung Ende April 2015 befasste sich der Aufsichtsrat mit den vielfältigen Dimensionen des Themas Nachhaltigkeit und deren Bedeutung für das Unternehmen. Die ausführliche Diskussion erstreckte sich von der Entwicklung des Ressourcenverbrauchs und der Verbesserung der Energieeffizienz in der Produktion über die nachhaltige Weiterentwicklung des Produktportfolios und die Implementierung von Integrität im Unternehmen bis zu den rechtlichen und ethischen Fragen, die sich im Kontext des autonomen Fahrens stellen. Anschließend informierte sich der Aufsichtsrat über den Stand der strategischen Kooperation mit Renault-Nissan mit Blick auf die Erweiterung des Mercedes-Benz Produktportfolios. Konkret wurden Einzelheiten des Vorhabens diskutiert, künftig einen Mercedes-Benz Pickup mit den markentypischen Fahrzeugattributen Sicherheit, Komfort und Wertigkeit anzubieten. Ferner diskutierte der Aufsichtsrat die Strategie der weltweiten Service- und Ersatzteilorganisation. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit den Inhalten und den möglichen rechtlichen Konsequenzen von Kartellverfahren für die Gesellschaft sowie im Rahmen der Corporate Governance Themen mit dem Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand. Hintergrund war das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen, das Anfang Mai 2015 in Kraft trat. Für die Zusammensetzung des Vorstands bestimmte der Aufsichtsrat eine dem Status quo entsprechende Zielsetzung für die Frauenquote von 12,5 %, die bis zum 31. Dezember 2016 gültig sein soll.

Nach Erörterung des Geschäftsverlaufs und der Ergebnisse des ersten Halbjahres informierte sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Juli über die Geschäftsentwicklung von Daimler Financial Services weltweit und insbesondere in China und stimmte anschließend einer Eigenkapitalerhöhung bei der Mercedes-Benz Bank AG zu. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat mit dem geplanten Sponsoring-Projekt »Mercedes-Benz Stadion« als Werbe- und Kommunikationsplattform am neuen Standort von Mercedes-Benz USA in Atlanta und stimmte dem Vorhaben zu. Abschließend informierte sich der Aufsichtsrat ausführlich über den geplanten gemeinsamen Kauf des digitalen Kartengeschäfts HERE von der Nokia Corporation durch Daimler, Audi und BMW. Über den gemeinsamen Erwerb von HERE soll eine offene, unabhängige und wertschaffende Plattform für Cloud-basierte Karten und Mobilitätsdienste geschaffen werden. Der Aufsichtsrat stimmte dem Vorhaben Ende Juli 2015 in einem schriftlichen Beschlussverfahren zu.

Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung unter anderem mit der Rolle des Unternehmens auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Dabei diskutierten die Teilnehmer die internationalen Standards des Unternehmens in Bezug auf Arbeitsbedingungen, die Förderung von Menschenrechten und die Möglichkeiten eines positiven Beitrags zur gesellschaftlichen Entwicklung in bestimmten Regionen sowie die Nachhaltigkeitskommunikation des Unternehmens.

Während eines zweitägigen Strategie-Workshops im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen im Herbst 2015 informierte sich der Aufsichtsrat aus aktuellem Anlass zunächst über die Auswirkungen der Abgasaffäre bei einem Wettbewerber der deutschen Automobilindustrie. Dazu ließ sich der Aufsichtsrat ausführlich den aktuellen Stand in sämtlichen automobilen Geschäftsfeldern des Konzerns darstellen und vergewisserte sich, dass bei Daimler sogenannte »Defeat Devices«, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränken, nicht zum Einsatz kommen und auch in der Vergangenheit nicht zum Einsatz gekommen sind.

Anschließend ließ sich der Aufsichtsrat über die strategischen Zielbilder der Daimler AG und der einzelnen Geschäftsfelder sowie über den Stand der bisherigen Umsetzung berichten. Ausgangspunkt war zunächst eine Einschätzung der Märkte und des automobilen Umfelds im Jahr 2025. Dabei setzte sich der Aufsichtsrat detailliert mit den zu erwartenden Veränderungen der strukturellen Rahmenbedingungen und Risiken auseinander. Wichtige Diskussionspunkte waren dabei die Themen Mobilität der Zukunft, Konnektivität sowie die Digitalisierung von Prozessen und Systemen über alle Stufen der Wertschöpfungskette. Im Anschluss diskutierte der Aufsichtsrat die wesentlichen finanziellen Kennzahlen und Ziele für den Konzern und die Geschäftsfelder. Weitere Schwerpunkte der jährlichen Strategiesitzung waren die Entwicklung der chinesischen und der brasilianischen Volkswirtschaft und die Perspektiven für Daimler in diesen beiden Märkten.

Danach konnte der Aufsichtsrat unter dem Titel »Zielbilder und digitale Transformation« zahlreiche Zukunftsthemen des Konzerns aus erster Hand erleben. Dazu erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands an verschiedenen Marktständen und Exponaten von den jeweiligen Leitern der Fachbereiche unmittelbare Einblicke in neue Produkte und Technologien, wie beispielsweise »Industrie 4.0«, »Transportsysteme der Zukunft von Mercedes-Benz Vans« oder »Kommunikation in der digitalen Welt«.

Zudem informierte sich der Aufsichtsrat über die präventiven Maßnahmen des Unternehmens in Sachen Kartellrechts-Compliance und über die wichtigsten Initiativen zur Gestaltung einer zukunftsgerichteten Marketing- und Vertriebsorganisation von Mercedes-Benz Cars. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur kontinuierlichen Senkung der CO2-Emissionen sowie der weitere Ausbau der alternativen Antriebe bei Daimler.

Außerdem beschlossen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat am 1. Oktober 2015 auf der Grundlage entsprechender Empfehlungen des Nominierungsausschusses, der Hauptversammlung vorzuschlagen, Dr. Manfred Bischoff und Petraea Heynike mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 6. April 2016 bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, erneut in den Aufsichtsrat zu wählen.

Zu Beginn der Sitzung im Dezember 2015 beschäftigten sich die Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen einer Fahrzeugpräsentation mit neuen Fahrzeugmodellen, Designstudien und zukunftsweisenden Technologien. Anschließend befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Ausscheiden von Dr. Christine Hohmann-Dennhardt und der Bestellung von Renata Jungo Brüngger in den Vorstand. Im weiteren Verlauf der Sitzung behandelte der Aufsichtsrat auf Basis einer umfassenden Dokumentation eingehend die Operative Planung für die Jahre 2016 und 2017. Dabei diskutierte er bestehende Chancen und Risiken sowie das Risikomanagement des Unternehmens. Ferner stimmte der Aufsichtsrat der Eigenkapitalerhöhung zugunsten einer Konzerntochtergesellschaft in Brasilien sowie einer Zuführung zu den deutschen Pensionsvermögen zu. Außerdem informierte sich das Gremium über die geplante Erweiterung der Getriebeproduktion an einem bestehenden Daimler-Standort in Rumänien und erteilte dem Vorhaben seine Zustimmung.

Weitere Gegenstände der Dezember-Sitzung bildeten Angelegenheiten der Corporate Governance und Themen der Vorstandsvergütung im Lichte der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Abschließend beschäftigte sich der Aufsichtsrat vorausschauend mit Schwerpunktthemen für das Geschäftsjahr 2016. Im Anschluss an die Sitzung des Aufsichtsrats im Dezember informierten sich die Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen einer optionalen Corporate Governance Session über den Stand der Rechtsentwicklung in diesem Bereich.

Corporate Governance

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2015 befasste sich der Aufsichtsrat kontinuierlich mit den Standards guter Corporate Governance.

Die Aufsichtsratsmitglieder der Daimler AG sind verpflichtet, Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Daimler AG oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Gesamtgremium offenzulegen. In Erfüllung der entsprechenden Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex berichtet der Aufsichtsrat in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung. Im Geschäftsjahr 2015 hat es keine Hinweise auf tatsächliche oder potenzielle Interessenkonflikte gegeben.

Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass eine effektive Zusammenarbeit im Aufsichtsrat im Sinne guter Corporate Governance zweierlei erfordert: Zum einen müssen die Mitglieder des Aufsichtsrats eine hohe fachliche Expertise aufweisen. Zum anderen muss im Gremium die Vielfalt in Bezug auf Internationalität, Geschlecht, Erfahrung und kulturellen Hintergrund der Größe und der Internationalität des Unternehmens entsprechen. Beides ist bei Daimler gegeben.

Für paritätisch mitbestimmte Aufsichtsräte wie jenen der Daimler AG sieht das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen ab 2016 für Neubesetzungen eine verbindliche Frauenquote von mindestens 30 % vor. Die Quote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen. Widerspricht die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter vor der Wahl der Gesamterfüllung gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden, so ist der Mindestanteil für diese Wahl von der Seite der Anteilseigner und der Seite der Arbeitnehmer getrennt zu erfüllen.

Im Aufsichtsrat der Daimler AG sind auf Anteilseignerseite mit Sari Baldauf, Andrea Jung und Petraea Heynike zum 31.12.2015 30 % Frauen vertreten. Auf Arbeitnehmerseite sind es zu diesem Zeitpunkt mit Dr. Sabine Maaßen und Elke Tönjes-Werner 20 %. Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung vom 1. Oktober 2015 mit den konkreten Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung 2016 befasst und vor diesem Hintergrund erörtert, dass die Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite den gesetzlich geforderten Frauenanteil getrennt erreichen sollen. Die Anteilseignervertreter haben insoweit erklärt, dass sie der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote widersprechen. Anschließend hat der Aufsichtsrat beschlossen, der Hauptversammlung 2016 die erneute Wahl von Dr. Manfred Bischoff und Petraea Heynike in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Im Falle ihrer Wahl bleibt die gesetzliche Frauenquote auf Anteilseignerseite erfüllt. Die nächste Wahl von Arbeitnehmervertretern in den Aufsichtsrat wird 2018 stattfinden.

Der Aufsichtsrat erkennt auch die Bedeutung, die einer Altersgrenze und einer Regelgrenze für die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung zukommt.

Deshalb befasste er sich bei seiner Entscheidung, der Hauptversammlung 2016 unter anderem die Wiederwahl von Dr. Manfred Bischoff als Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat vorzuschlagen, auch mit der Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder, die in Erfüllung der entsprechenden Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats verankert ist. Danach sollen zur Wahl als Mitglied des Aufsichtsrats für eine volle Amtszeit in der Regel nur Kandidaten vorgeschlagen werden, die zum Zeitpunkt der Wahl nicht älter als 72 Jahre sind.

Bei der Festlegung dieser Altersgrenze hatte sich der Aufsichtsrat seinerzeit bewusst gegen eine starre Höchstaltersgrenze und für eine flexible Regelgrenze entschieden, die den notwendigen Spielraum für eine angemessene Würdigung der Umstände des Einzelfalls erhält. Bei der Entscheidung des Aufsichtsrats, der Hauptversammlung Dr. Manfred Bischoff für eine weitere volle Amtszeit zur Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen, waren unter anderem die sehr positive Würdigung seiner Amtsführung durch die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats maßgeblich, ferner die erfolgreiche und konstruktiv-kritische Zusammenarbeit mit dem Vorstand und das Signal der Stabilität und Kontinuität. Zudem ist der Wahlvorschlag darauf gerichtet, die Zusammensetzung des Aufsichtsrats hinsichtlich der unterschiedlichen Expertisen seiner Mitglieder sicherzustellen und eine ausgewogene Altersstruktur des Gremiums zu gewährleisten. Alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrats hatten bei ihrer Wahl die Regelaltersgrenze nicht erreicht. Das gilt auch für Frau Heynike, die der Hauptversammlung 2016 ebenfalls zur Wiederwahl vorgeschlagen wird.

In seiner Sitzung im Dezember hat der Aufsichtsrat die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und seine Ausschüsse aktualisiert und entsprechend der neuen Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat beschlossen. Danach sollen zur Wahl in den Aufsichtsrat für eine volle Amtszeit in der Regel nur solche Kandidaten vorgeschlagen werden, die dem Aufsichtsrat zum Zeitpunkt ihrer Wahl nicht bereits drei volle gesetzliche Amtszeiten angehört haben.

Ebenfalls im Dezember hat der Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG die Entsprechenserklärung 2015 zum Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet. Mit den dort erläuterten Ausnahmen wurde und wird allen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

Die Corporate Governance bei Daimler wird im Corporate Governance Bericht und im Vergütungsbericht ausführlich erläutert.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Präsidialausschuss

Der Präsidialausschuss ist im vergangenen Geschäftsjahr zu sechs Sitzungen zusammengekommen. Dabei behandelte er insbesondere Corporate Governance Themen und Vergütungsfragen sowie Personalangelegenheiten des Vorstands. Wie in den Vorjahren bildeten Compliance-Ziele einen Teil der individuellen Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder. Erneut wurden auch weitere nicht-finanzielle Zielvorgaben als Bemessungsgrundlage herangezogen. Für das vergangene Geschäftsjahr waren dies die Weiterentwicklung und Verstetigung des Themas Integrität, Diversity, der Erhalt und die Steigerung einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine hohe Produktqualität.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss trat im Jahr 2015 zu sechs Sitzungen zusammen. Einzelheiten sind dem gesonderten Bericht des Prüfungsausschusses zu entnehmen.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss hat im Geschäftsjahr 2015 in einer Sitzung die Empfehlungen für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung 2016 erarbeitet. Die Vorschläge zur erneuten Wahl von Dr. Manfred Bischoff und Petraea Heynike berücksichtigen neben der für das jeweilige Mandat definierten Qualifikation die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Seine Empfehlung an die Hauptversammlung 2015, Dr. Paul Achleitner erneut in den Aufsichtsrat zu wählen, hatte der Nominierungsausschuss bereits im Geschäftsjahr 2014 ausgesprochen.

Vermittlungsausschuss

Der nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz vorgeschriebene Vermittlungsausschuss hatte wie in den Vorjahren auch im Geschäftsjahr 2015 keinen Anlass, tätig zu werden.

Die Ausschussvorsitzenden unterrichteten die Mitglieder des Aufsichtsrats über die Aktivitäten der Ausschüsse und etwaige Entscheidungen in der jeweils nächsten Aufsichtsratssitzung.

Personalia des Aufsichtsrats

Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 wurde Michael Bettag gerichtlich als Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat bestellt, nachdem Jürgen Langer im vorangegangenen Geschäftsjahr am 31. Dezember aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war.

Am 1. April 2015 wählte die Hauptversammlung Dr. Paul Achleitner bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019 beschließt, als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Der Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung beruhte auf der entsprechenden Empfehlung des Nominierungsausschusses.

Am 4. November 2015 wurde Roman Zitzelsberger gerichtlich als Vertreter der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat bestellt, nachdem Jörg Hofmann am 31. Oktober 2015 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war.

Personalia des Vorstands

In der Aufsichtsratssitzung am 13. Februar 2015 wurde Hubertus Troska mit Wirkung vom 1. Januar 2016 für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Vorstandsmitglied der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Greater China«, bestellt.

Am 31. Dezember 2015 endete die Bestellung von Dr. Christine Hohmann-Dennhardt zum Mitglied des Vorstands. Dr. Hohmann-Dennhardt wechselte zum 1. Januar 2016 als Vorstandsmitglied zur Volkswagen AG.

In seiner Sitzung vom 9. Dezember 2015 bestellte der Aufsichtsrat Renata Jungo Brüngger mit Wirkung vom 1. Januar 2016 für die Dauer von drei Jahren zum Vorstandsmitglied der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Integrität und Recht«.

In der Aufsichtsratssitzung vom 16. Februar 2016 wurde Dr. Dieter Zetsche mit Wirkung vom 1. Januar 2017 für die Dauer von weiteren drei Jahren zum Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars bestellt. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat in dieser Sitzung, Ola Källenius ab dem 1. Januar 2017 die Verantwortung für das Ressort Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung zu übertragen. Er folgt damit auf Prof. Dr. Thomas Weber, der mit Ablauf seines Vertrags am 31. Dezember 2016 aus dem Vorstand der Daimler AG ausscheiden wird, dem er dann für 14 Jahre angehörte.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2015

Der Jahresabschluss der Daimler AG sowie der für die Daimler AG und den Konzern zusammengefasste Lagebericht 2015 sind ordnungsgemäß von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Dies gilt auch für den nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss 2015.

In einer Sitzung des Aufsichtsrats Anfang Februar 2016 wurden im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2015 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2016 erörtert. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2015 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 4. Februar 2016 veröffentlicht.

In der Sitzung am 16. Februar 2016 behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht, den Vergütungsbericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, unter anderem der Geschäftsbericht mit dem Konzernabschluss nach IFRS, dem zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie dem Corporate Governance Bericht und dem Vergütungsbericht, der Jahresabschluss der Daimler AG, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, die Prüfungsberichte der KPMG für den Jahresabschluss der Daimler AG und den Konzernabschluss jeweils einschließlich des zusammengefassten Lageberichts sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an; er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Damit war der Jahresabschluss 2015 der Daimler AG festgestellt. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht sowie seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2016 verabschiedet.

Dank

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaften des Daimler-Konzerns und der Unternehmensleitung herzlich für ihren engagierten Beitrag zum sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2015. Ein besonderer Dank gilt Jörg Hofmann, der das Unternehmen seit 2008 mit besonderem Engagement eng begleitet hat und zum 31. Oktober 2015 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist. Der Aufsichtsrat dankt zudem Dr. Christine Hohmann-Dennhardt für die sehr gute Arbeit, die sie für die Daimler AG geleistet hat.

Stuttgart, im Februar 2016

Der Aufsichtsrat

Dr. Manfred Bischoff
Vorsitzender

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Der Vorstand